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Schleswig-Holstein erwartet weniger Flüchtlinge

Lage entspannt sich Schleswig-Holstein erwartet weniger Flüchtlinge

Die Massenflucht von Menschen nach Schleswig-Holstein ist vorbei. Laut einem Bericht des Innenministeriums werden bis zum Jahresende nur noch bis zu 7800 Asylbewerber erwartet. Das wären deutlich weniger als in den beiden vergangenen Jahren mit zusammen mehr als 40000 Flüchtlingen.

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933 Flüchtlinge haben bisher in diesem Jahr Asyl beantragt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Die Zahlen sind rückläufig“, bestätigte Innenminister Stefan Studt. Nach Angaben des Ministeriums haben in diesem Jahr bisher 933 Menschen im Norden Asyl beantragt. Das entspricht nicht einmal einem Viertel aller, die im Januar und Februar 2016 registriert wurden. Viele von ihnen kommen aus Syrien (18,11 Prozent), Armenien (14,26 Prozent) und Afghanistan (13,61 Prozent). „Seit März 2016 sind monatliche Zugänge von Asylsuchenden zwischen rund 450 bis 650 Personen zu verzeichnen“, heißt es im Wochenbericht des Ministeriums. Sollten die Zahlen konstant bleiben, würden sie denen von vor dem Sommer 2015 entsprechen.

 Eine sichtbare Folge: Von den ursprünglich 14 Erstaufnahmeeinrichtungen sind nur noch vier geblieben. Keine davon ist auch nur annähernd ausgelastet. In Neumünster sind von 850 Plätzen 386 belegt (45 Prozent), in Boostedt von 2000 nur 405 (20 Prozent). Ähnlich sieht es in Rendsburg (20 Prozent) und Glücksstadt (24 Prozent) aus. Mehr als 1000 Plätze stehen dort jeweils zur Verfügung, von denen aber nicht einmal 300 genutzt werden. Insgesamt ist die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge von 14.000 im November 2015 auf knapp 1400 zurückgegangen. An eine Schließung ist aber nicht gedacht. Das Land hält zudem Reserveliegenschaften in Seeth und Lütjenburg sowie Leck und Alt Duvenstedt bereit.

 Dass sich die Lage entspannt hat, zeigt auch die Entscheidung, den wöchentlichen Bericht über die aktuellen Flüchtlingszahlen durch einen Monatsreport zu ersetzen. „Das öffentliche Interesse an diesem Bericht ist stark gesunken“, erklärte Ministeriumssprecher Patrick Tiede. Der Monatsbericht soll auch über die Zahl der Abschiebungen informieren. So wurden in diesem Jahr bisher 81 Menschen in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. „Die Rückkehr in Sicherheit und Würde für die Nicht-Bleibeberechtigten muss vom Land und den Ausländerbehörden in enger Zusammenarbeit organisiert werden“, sagte Studt. Die Abschiebung gehöre neben der Integration zu den größten Herausforderungen für 2017 und 2018.

 Trotz sinkender Zahlen: Für die Verwaltungsrichter in Schleswig bleibt weiter viel zu tun. Sie rechnen in diesem Jahr mit einer deutlichen Zunahme von Asylverfahren. Allein 2016 verzeichnete das Gericht mehr als 5000 Klagen von Flüchtlingen.

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