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Wer braucht einen Container?

Landesregierung Wer braucht einen Container?

Die Landesregierung hat Container abzugeben. 823 Stück, um genau zu sein. So viele werden „zurzeit für entbehrlich gehalten“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Eugen Witte. Weil weniger Asylbewerber nach Deutschland kommen, werden viele der Erstaufnahme-Container nicht mehr benötigt.

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Noch vor eineinhalb Jahren heiß begehrt. Jetzt über. Container wie aus dem Erstaufnahmelager auf dem Nordmarksportfeld in Kiel.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Kommunen, Schulen und gemeinnützige Organisationen und Vereine bekommen nun die Chance, unbenutzte Container kostenlos zu übernehmen. Es gebe bereits viele Rückmeldungen, hieß es.

Laut Witte hat das Finanzministerium in einem Schreiben an die kommunalen Spitzenverbände auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. „Container, die wir nicht mehr brauchen, sollen einer sinnvollen Nutzung durch Kommunen oder durch gemeinnützige Vereine und Verbände zugeführt werden“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Der Landtag habe sich damit einverstanden erklärt, dass diese Abgaben unentgeltlich sein könne. „Selbst wenn das Land keinen Kaufpreis erhält, ist die Abgabe wirtschaftlich, weil so Nebenkosten eingespart werden“, sagte Heinold.

Die Preise stiegen immer weiter

Im Rahmen von 13 Aufträgen hatte das Land im Jahr 2015 insgesamt 4594 Container gemietet und 5070 gekauft. Der Mietpreis für einen Container betrug beispielsweise im Mai 2015 noch 5426 Euro – für 24 Monate und ohne Nebenkosten. Als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt erreichte und mehr Menschen in Deutschland Asyl beantragten, wirkte sich das allerdings auch auf die Preise der Container aus: Derselbe Container vom selben Hersteller kostete im September 2015 schon 9282 Euro Miete – fast 4000 Euro mehr. Die Daten gehen aus dem Papier „Übersicht Container“ hervor, das das Finanzministerium der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Kubicki (FDP) beigefügt hat. Neben der Septembervergabe steht die Erläuterung „Preiserhöhung durch Marktveränderung“.

Die Kaufpreise der Container variieren zwischen 7735 Euro und 23305 Euro. Bei dem Anbieter der günstigsten Container, eine Firma aus Kronshagen, bestellte das Land 100 Stück. In der Erläuterung steht: „Günstiger Preis, regionaler Anbieter, nur geringe Stückzahl möglich, Liefertermin erst April/Mai 2016“. Der Preis der teuersten Container setzt sich aus Kaufpreis, Lieferung, Aufbau, Einrichtung und Anschlussarbeiten zusammen. Zudem handelt es sich bei diesen um „Doppelcontainer für bis zu acht Personen“ mit „schneller Lieferung bis 31.12.2015“ und der Option für 2000 weitere Container im Folgejahr. Am 3. November 2015 bestellte die Landesregierung 300 Container dieser Sorte.

Weiter Container zur Reserve

Die hohe Nachfrage nach den überflüssigen Containern zeige, dass die Idee richtig sei. „Es freut mich, dass die Container im Sinne der Steuerzahler sinnvoll weiter verwendet werden“, sagte Heinold. Das Land halte aber noch weitere Container zur Reserve vor, um auf Änderungen bei den Flüchtlingszahlen vorbereitet zu sein, sagte der Sprecher des Finanzministeriums. Ministerin Heinold: „Es war richtig, ausreichend Vorsorge zu treffen, da nicht absehbar war, wie viele Flüchtlinge zu uns kommen. Und es war gut, dass wir gerade in der kalten Jahreszeit angemessene Unterkünfte zur Verfügung stellen konnten.“

Kontaktaufnahme

Für die Abwicklung ist die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) zuständig. Die Container werden unentgeltlich abgegeben, Transport und Aufbau müssen selbst bezahlt werden. Interessierte können sich per E-Mail an mail@gmsh.de melden.

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Ein Artikel von
Alev Doğan
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