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Landfrauen fordern gerechte Bezahlung

Equal Pay Day Landfrauen fordern gerechte Bezahlung

Kurz vorm Equal-Pay-Day am 19. März setzten rund 400 Delegierte auf dem Landfrauen-Forum ein Zeichen für Chancengleichheit: Auf der Bühne des Großen Konzertsaals im Kieler Schloss hielten sie ihre Forderung in die Höhe: „Equal pay now“ – gleiche Bezahlung jetzt.

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Die Landfrauen machen sich für gleichen Lohn bei gleichwertiger Arbeit stark. In vielen Branchen verdienen Frauen nach wie vor weniger als Männer.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Kiel. Der Landfrauenverband Schleswig-Holstein fordert gleiche Bezahlung von Frauen und Männern für gleiche Arbeit. „Die Forderung ist eigentlich uralt. Aber an ihrer Aktualität hat sich nichts geändert“, sagte Marga Trede, Präsidentin des Landfrauenverbands Schleswig-Holstein. Sie macht sich stark für gesellschaftliche Veränderungen, damit Frauen Beruf und Familie unter einen Hut kriegen. „Altersarmut ist weiblich“, sagte Trede. Deshalb sei es wichtig, dass Frauen selbständig sind und ihr eigenes Geld verdienen. „Wir wollen mit unsere Aktion und dem heutigen Forum die Frauen stärken und ihnen Mut machen, dass sie sich für sich selbst einsetzen.“

Chancengleichheit haben die Landfrauen deshalb zu ihrem Motto für das Jahr 2016 und zum Thema des diesjährigen Forums gemacht. „Als größter Bildungsträger für Frauen im ländlichen Raum ist es für uns von großer Bedeutung, die Frauen fit zu machen – sowohl für den Berufsalltag als auch für das Ehrenamt“, so Trede.

Auf dem Landfrauenforum informierten die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit, Ulrike Zängl und die vom Bundesfamilienministerium ausgebildeten Equal-Pay-Beraterinnen Iris Brücker und Freya Matthießen die Landfrauen über ihre Möglichkeiten, sich für eine gerechte Bezahlung einzusetzen.

„Wir wollen die Frauen wachrütteln, informieren und sensibilisieren – und das auf Augenhöhe“, erklärte Freya Matthießen. Jede zweite Ehe in Deutschland werde geschieden, das müsste den Frauen klar sein, sagte Matthießen. Man könne sich also nicht auf das Gehalt des Mannes verlassen. „Auch in Bezug auf die Rente“, sagt die Beraterin. Gerade der Wiedereinstieg in den Berufsalltag nach Babypause und Erziehungszeit falle vielen Frauen schwer. „Die Frauen müssen mutiger sein und lernen, sich bei Gehaltsverhandlungen durchsetzen.“

Der Landfrauenverband Schleswig-Holstein hat in zwölf Kreisverbänden rund 33000 Mitglieder. Der Verband will die Interessen der Frauen im ländlichen Raum vertreten und in die Öffentlichkeit rücken. Mit zahlreichen Weiterbildungsprogrammen bietet er seinen Mitgliedern Förderung an. „Wir sind sehr gut vernetzt. Ich denke, dass sich auch unsere heutige Forderung für mehr Chancengleichheit weit verbreiten wird“, sagte die Präsidentin Marga Trede.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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