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Wo Schleswig-Holsteiner am längsten leben

Interaktive Karte Wo Schleswig-Holsteiner am längsten leben

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter. Doch es gibt bundesweit ein starkes Süd-Nord-Gefälle. Am höchsten ist die Lebenserwartung in Schleswig-Holstein für Frauen in Ostholstein und für Männer in Stormarn. In den kreisfreien Städten haben die Kieler die besten Chancen auf ein langes Leben. 

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Quelle: CartoDB/Kieler Nachrichten/Tanja Köhler

Kiel/Rostock. Die Schleswig-Holsteiner in ländlichen Gebieten haben die besten Aussichten: Frauen haben mit die höchste Lebenserwartung mit 83,3 Jahren in Ostholstein, gefolgt von den Kreisen Stormarn und Plön. Bei den Männern liegt Stormarn mit durchschnittlich 79,4 Jahren vorn, es folgen die Kreise Plön und Segeberg. Die geringste Lebenserwartung haben Männer in Neumünster mit 76 Jahren. Das zeigen Studien des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock.

„Die Lebenserwartung hat überall zugelegt und steigt überall weiter“, sagt Demograf Sebastian Klüsener, „aber die Regionen profitieren extrem unterschiedlich.“ So ist in etlichen Regionen im Süden Deutschlands die Lebenserwartung für Frauen allein zwischen 1996 und 2010 um mehr als sechs Jahre gestiegen – in einzelnen Regionen im Westen und Norden hingegen nur um ein halbes Jahr.

Top-Bundesland bei der Lebenserwartung ist Baden-Württemberg, gefolgt von Sachsen, Bayern und Hessen. „Ob eine Region abgehängt wird, ist aber immer weniger eine Frage der Himmelsrichtung“, sagt Klüsener. „Viele Studien belegen, dass der wirtschaftliche Entwicklungsstand immer wichtiger geworden ist.“ Wo die Wirtschaft langfristig brummt, werden die Menschen älter als in schwachen Regionen.

Die hohe Lebenserwartung in Ostholstein widerspricht dem nicht. Zwar ist der Kreis wirtschaftlich nicht die stärkste Region im Land. Dort leben aber überdurchschnittlich viele gut gestellte Rentner und Witwen, und das Einkommen ist ein wesentlicher Faktor bei der Lebenserwartung. Das bestätigt eine Auswertung der Deutschen Rentenversicherung: Die Lebenserwartung von Rentnern steigt demnach, je mehr Entgeltpunkte sie in ihrem Berufsleben ansammeln konnten. Auch die regelmäßigen Erhebungen im Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) belegen: Männer mit hohem Einkommen werden im Schnitt deutlich älter als jene mit niedrigem. Bei Frauen ist dieser Unterschied bisher nicht so ausgeprägt.

Das Robert Koch-Institut weist ebenfalls auf die Zusammenhänge von sozialem Status, Gesundheit und Lebenserwartung hin. So leiden 65- bis 79-Jährige mit niedrigem Sozialstatus deutlich häufiger an Gebrechlichkeit und chronischen Erkrankungen als Gleichaltrige mit höherem Status.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

Anne Gramm zum langen Leben

Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Und, folgt man den Erkenntnissen der Rostocker Demografie-Forscher, verlängert es auch das Leben. Das haben zwar viele Studien schon vorab nachgewiesen, aber sortiert nach Regionen kommen die abstrakten Zahlen dem eigenen Leben doch um einiges näher.

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