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In Schleswig-Holstein werden Hunde immer beliebter

Langzeit-Trend In Schleswig-Holstein werden Hunde immer beliebter

Immer mehr Schleswig-Holsteiner leben mit einem Hund. Die Zahl der Hunde ist nach Recherchen der Kieler Nachrichten in vielen Städten und Gemeinden stark gestiegen - trotz der Hundesteuer.

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Der Hund füllt eine Lücke in einer Gesellschaft, in der es immer mehr Anonymität, Ältere, Alleinstehende und Ein-Kind-Familien gibt.

Quelle: Imago

Kiel. Damit liegt der Norden im Bundestrend: 7,9 Millionen Hunde gab es 2016 bundesweit laut Statistik-Portal Statista – 2005 waren es laut Industrieverband Heimtierbedarf 5,3 Millionen gewesen. Wissenschaftler sehen für den Anstieg vor allem emotionale Gründe.

 Die Zahl der registrierten Hunde ist in Plön von 1996 bis 2016 um 22 Prozent auf gut 500 gestiegen, in Schönberg um knapp 30 Prozent (auf 422). In Kiel (7800 Hunde) waren es 34 Prozent mehr, in Preetz (960 Hunde) 43 Prozent und in Rendsburg 45 Prozent (knapp 1500 Hunde). Spitzenreiter bei unserer Umfrage waren Eckernförde mit einer Zunahme um 53 Prozent (auf gut 1300) und Bad Segeberg mit etwa 67 Prozent (gut 1000 Hunde). Mit wachsender Bevölkerung ist das nicht zu erklären: In Eckernförde veränderte sich die Einwohnerzahl kaum, in Bad Segeberg nahm sie in dem Zeitraum nur leicht zu zu.

 In Bad Segeberg, Eckernförde, Schwentinental, Preetz und Plön kommt rechnerisch auf etwa 16 Einwohner ein Hund. In Rendsburg, Neumünster, Altenholz und Heikendorf hat etwa jeder 20. und in Kiel jeder 30. Einwohner einen Hund. Finanziell ist der Vierbeiner nicht attraktiver geworden – die Hundesteuer ist nahezu flächendeckend gestiegen. In Preetz, Plön und Eckernförde bezahlt man doppelt so viel 1996, in Bad Segeberg sogar fast dreimal so viel.

 Für die Ethnologin Prof. Silke Göttsch-Elten von der Christian-Albrechts-Universität ist die wachsende Hundehaltung auch ein Wohlstandsphänomen. Etwa 1,3 Milliarden Euro geben die Deutschen jährlich für Hundefutter aus, heißt es beim Industrieverband Heimtierbedarf. Wohlstand allein erklärt den Trend aber nicht. „Wir erleben eine sehr starke Emotionalisierung der Tier-Mensch-Beziehung. Hunde werden zur Bezugsperson, zu einem Familienmitglied“, sagt Göttsch-Elten. Der Hund vermittele „das schöne Gefühl: Es ist jemand da, der mich braucht“.

 „Die Spezies Mensch und Hund passen besonders gut zusammen, bilden oft eine soziale Einheit“, sagt die Kieler Verhaltensforscherin Dr. Dorit Feddersen-Petersen. Müsse der Haushund zwischen Artgenossen und der Bezugsperson wählen, entscheide er sich für den Menschen. Hundehalter interpretieren das als Treue und Zuverlässigkeit. Der Hund kann damit eine Lücke in einer Gesellschaft füllen, in der es immer mehr Anonymität, Ältere, Alleinstehende und Ein-Kind-Familien gibt. Hinzu kommen gesundheitliche Effekte. Hunde können Therapien unterstützen und sogar schmerzlindernd wirken.

 

 Damit liegt der Norden im Bundestrend: 7,9 Millionen Hunde gab es 2016 bundesweit laut Statistik-Portal Statista – 2005 waren es laut Industrieverband Heimtierbedarf 5,3 Millionen gewesen. Wissenschaftler sehen für den Anstieg vor allem emotionale Gründe.

 Die Zahl der registrierten Hunde ist in Plön von 1996 bis 2016 um 22 Prozent auf gut 500 gestiegen, in Schönberg um knapp 30 Prozent (auf 422). In Kiel (7800 Hunde) waren es 34 Prozent, in Preetz (960 Hunde) 43 Prozent und in Rendsburg 45 Prozent (knapp 1500 Hunde). Spitzenreiter bei unserer Umfrage waren Eckernförde mit einer Zunahme um 53 Prozent (auf gut 1300) und Bad Segeberg mit etwa 67 Prozent (gut 1000 Hunde). Mit wachsender Bevölkerung ist das nicht zu erklären: In Eckernförde veränderte sich die Einwohnerzahl kaum, in Bad Segeberg nahm sie in dem Zeitraum nur leicht zu zu.

 In Bad Segeberg, Eckernförde, Schwentinental, Schönberg, Preetz und Plön kommt damit rechnerisch auf etwa 16 Einwohner ein Hund. In Rendsburg, Neumünster, Altenholz und Heikendorf hat etwa jeder 20. und in Kiel jeder 30. Einwohner einen Hund.

 Finanziell ist ein Hund nicht attraktiver geworden – die Hundesteuer ist nahezu flächendeckend gestiegen. In Preetz, Plön und Eckernförde bezahlt man doppelt so viel 1996, in Bad Segeberg sogar fast dreimal so viel. Für die Ethnologin Prof. Silke Göttsch-Elten von der Christian-Albrechts-Universität ist die wachsende Hundehaltung deshalb auch ein Wohlstandsphänomen. Etwa 1,3 Milliarden Euro geben die Deutschen jährlich für Hundefutter aus, heißt es beim Industrieverband Heimtierbedarf. Wohlstand allein erklärt den Trend aber nicht. „Wir erleben eine sehr starke Emotionalisierung der Tier-Mensch-Beziehung. Hunde werden zur Bezugsperson, zu einem Familienmitglied“, sagt Prof. Göttsch-Elten. Die Fürsorge richte sich stark auf das Tier aus. So vermittele der Hund „das schöne Gefühl: Es ist jemand da, der mich braucht“.

 „Die Spezies Mensch und Hund passen besonders gut zusammen, bilden oft eine soziale Einheit“, sagt die Kieler Verhaltensforscherin Dr. Dorit Feddersen-Petersen. Müsse der Haushund zwischen Artgenossen und der Bezugsperson wählen, entscheide er sich für den Menschen. Hundehalter interpretieren das als Treue und Zuverlässigkeit. Der Hund kann damit eine Lücke in einer Gesellschaft füllen, in der es immer mehr Anonymität, Ältere, Alleinstehende und Ein-Kind-Familien gibt.

 Hinzu kommen gesundheitliche Effekte. Hunde können Therapien unterstützen und sogar schmerzlindernd wirken, so dass weniger Medikamente notwendig sind.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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