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Lebenslange Haft gefordert

Mord an Rentner Lebenslange Haft gefordert

Zwei Männer überfallen einen wohlhabenden Rentner in seinem Haus, um ihn zu berauben. Dabei wird der Rentner so schwer misshandelt, dass er an den Folgen stirbt. Das war Mord, sagt der Staatsanwalt. Die Verteidiger fordern zweifeln an der Schuldfähigkeit.

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Am Landgericht Lübeck wird der Mord an einem wohlhabenden Rentner verhandelt.

Quelle: Olaf Malzahn/dpa

Lübeck. Im Prozess um den Mord an einem Lübecker Rentner haben Staatsanwaltschaft und Nebenklage am Freitag für die beiden Angeklagten lebenslange Haft gefordert. Den beiden Männern wird vorgeworfen, den wohlhabenden 77-Jährigen in seinem Haus überfallen, beraubt und so schwer misshandelt zu haben, dass er an den Folgen starb. Ihnen werden Mord, Raub mit Todesfolge und schwerer Raub vorgeworfen. Bei dem jüngeren Angeklagten, einen 31-Jährigen aus dem Kreis Ostholstein, sahen Staatsanwaltschaft und Nebenklage eine besondere Schwere der Schuld.

Die Verteidiger plädierten dagegen auf zeitlich begrenzte Haftstrafen wegen Raubes mit Todesfolge. Ein konkretes Strafmaß forderten sie nicht. Die beiden Angeklagten entschuldigten sich ausdrücklich für ihre Tat. „Ich wünschte, ich könnte die Tat ungeschehen machen“, sagte der 31-Jährige. Der 44-Jährige sagte: „Es tut mir leid, dass der alte Herr zu Tode gekommen ist. Ich hatte bislang nur keine Zeit, das zu sagen, weil ich ständig Fragen beantworten musste.“ Zuvor hatten die Anwälte der Nebenklage ausdrücklich bemängelt, dass die Angeklagten sich noch nicht einmal bei ihren Mandanten, den Kindern des Opfers, entschuldigt hätten.

Die beiden Männer hatten den 77-Jährigen Anfang November 2014 in seinem Haus überfallen, ihn niedergeschlagen und aus seinem Haus Bargeld und zahlreiche Wertgegenstände geraubt. Um die Tresorkombination und die Pin-Nummern seiner EC-Karten aus ihm herauszupressen, sollen sie ihn mehrfach geschlagen und getreten haben. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er starb.

Nach Auffassung des Staatsanwaltes sollen diese Misshandlungen vor allem von dem 31-Jährigen ausgegangen sein, von dem auch der Plan stammte. Er kannte den 77-Jährigen und seine wirtschaftlichen Verhältnisse, nannte den alten Herrn „Onkel“ und hatte einige Zeit in dessen Verlag gearbeitet. Die Verteidigerin des 31-Jährigen sagte dagegen, beide Angeklagte seien an de Misshandlungen beteiligt gewesen. Nur ein einziger Tritt gegen den Körper des 77-Jährigen sei anhand des Sohlenprofils eindeutig ihrem Mandaten zuzuordnen.

Während der Staatsanwalt und die Nebenklagevertreter die Mordmerkmale der Habgier und der Ermöglichung einer anderen Straftat, also des Raubes, für verwirklicht hielten, gingen die Verteidiger von einem Raub mit Todesfolge aus. Da ihrer Ansicht nach der psychiatrische Sachverständige bei der Beurteilung der Schuldfähigkeit die Auswirkungen des Drogenmissbrauchs bei den Angeklagten nicht genügend berücksichtigt hat, beantragten sie, weitere Gutachter zu hören. Darüber will das Gericht bis zum 25. September entscheiden. An dem Tag soll auch das Urteil verkündet werden.

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