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Polizei ärgert sich über Partydrogen

Legal Highs Polizei ärgert sich über Partydrogen

Getarnt als Badesalz werden Legal Highs im Netz verkauft. Doch die Partydrogen sind alles andere als harmlos: Sie pushen auf und verursachen Wahnvorstellung. Eine gefährliche Mischung im Straßenverkehr. Doch die Polizei ist bei Kontrollen derzeit machtlos - und schlägt Alarm.

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Alles andere als harmlos: Legal Highs sind Rauschmittel, die schwere Wahnvorstellungen verursachen können.

Quelle: fpr: Frank Peter

Kiel. Die Landespolizei hat immer mehr Schwierigkeiten mit experimentierfreudigen Drogensündern. Hintergrund ist, dass mehr Menschen sogenannte Legal Highs konsumieren. Laut einem Jahresbericht des Bundeskriminalamts und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung ist die Zahl der Todesopfer der Designerdrogen im vergangenen Jahr von 39 auf 98 Fälle gestiegen. Nach Expertenangaben ist die effektive Bekämpfung von Legal Highs im Straßenverkehr aber besonders schwierig. Denn mit herkömmlichen Speichel- und Urintests sind diese Drogen nicht nachweisbar.

Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) fordert daher jetzt, dass die Polizei das Recht erhält, Blutentnahmen beim Verdacht auf Legal Highs im Straßenverkehr auch ohne richterlichen Beschluss anordnen zu können.

Stimmungsaufhellend und euphorisierend

Mit harmlosen Namen wie Badesalze oder Kräutermischungen getarnt, werden die starken Rauschmittel im Internet und auf Partys verkauft. Sie wirken stimmungsaufhellend und euphorisierend, pushen auf – können aber auch Wahnvorstellungen und langfristig Organschäden bis zur Todesfolge hervorrufen, je nach Zusammensetzung. Weil sie ständig neu gemischt werden, sind sie dennoch nicht als Drogen gelistet, die Fahrtüchtigkeit behindern. Wer sie nimmt, kann daher nicht verfolgt werden, wenn er nicht auffällig geworden ist.

Hochrangige Vertreter von Polizei, Rechtsmedizin und Drogenberater sind sich aber einig, dass die Stoffe Autofahrer erheblich beeinträchtigen. Also sei entscheidend, dass eine Ordnungswidrigkeit begehe, wer unter Legal-Highs-Einfluss fährt. Unabhängig davon, ob er auffällig wird oder nicht. Als bekannten Vergleich nannten die Experten Cannabis. Dessen Konsum vor dem Fahren stellt ebenfalls einen Verstoß dar.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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