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Gesellenstück für die Jugendfeuerwehr

Leistungsspange Gesellenstück für die Jugendfeuerwehr

Sie müssen erst einmal beweisen, dass sie fit für den Einsatz sind: 26 Jugendgruppen der Feuerwehren aus Schleswig-Holstein erhielten am Sonntag die Leistungsspange. Der Anblick dominierte die Sportstätten der Uni Kiel.

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Eine Gruppe der Jugendfeuerwehr aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg bei der Schnelligkeitsübung: Im Sprint müssen die Nachwuchs-Feuerwehrleute eine Leitung aus acht Schläuchen legen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Aufgeregt steht Lennart Eggers auf der Tartanbahn. Gleich fällt der Startschuss zum Staffellauf für ihn und sein Team der Jugendfeuerwehr Altenholz. 1500 Meter müssen sie in unter vier Minuten und zehn Sekunden laufen, um die Disziplin zu bestehen, drei Minuten und 25 Sekunden, um die vollen vier Punkte zu erreichen. Zur Leistungsspangenabnahme, dem Gesellenstück der Jugendfeuerwehr, wie Stadtjugendfeuerwehrwart Swen Siewert sie nennt, traten am Sonntag 26 Wettbewerbsgruppen aus ganz Schleswig-Holstein auf den Sportstätten der Uni Kiel an. In fünf Disziplinen mussten sie beweisen, dass sie fit für das Abzeichen sind.

Stefanie Strothmanns Truppe der Feuerwehr Suchsdorf startet mit dem Löschangriff. Dabei müssen die Jugendlichen zeigen, dass sie die Saugschläuche richtig kuppeln, um Wasser aus einem offenen Gewässer zu entnehmen. Schläuche ausrollen, Befehle koordinieren, jeder hat seine Position. Auf dem Sportplatz wird es zwar als Trockenübung durchgeführt, die Jugendlichen sind trotzdem mit voller Konzentration dabei. „Hierbei gibt es keine Zeitvorgabe“, erklärt Swen Siewert, „die Aufgabe soll nur zügig absolviert werden. Wenn man hetzt, passieren schnell Fehler.“ Unter den wachsamen Augen der Prüfer gibt es für jeden falschen Handgriff Minuspunkte. „Drei von vier Punkten, es lief besser als in den Übungen. Unter dem Druck hier sind wir zufrieden“, sagt Gruppenmitglied Tobias Friedrich. Seit den Osterferien haben die Suchsdorfer für die Prüfung regelmäßig geübt. Im Feuerwehrübungsanzug geht es weiter zur Schnelligkeitsübung.

Mit Sportabzeichen abgeglichen

Neben dem Staffellauf ist das Kugelstoßen die zweite rein sportliche Disziplin. Als Gruppe müssen die neun Mitglieder zusammen mindestens 55 Meter werfen. In diesem Jahr werfen die Jungen mit einer vier Kilogramm schweren Kugel, die Mädchen mit drei Kilogramm. „Wir haben das Gewicht an die Richtlinien des Deutschen Sportabzeichens angepasst. Kugelstoßen wird gar nicht mehr an allen Schulen trainiert, und wenn dann nur sehr kurz“, erklärt Swen Siewert die Neuerung. Die Gruppe aus Waabs hat es geschafft. Da sie nicht so viele leistungsspangenabnahmeberechtige Teilnehmer der Jahrgänge 1998 bis 2001 hat, trainierten sie zusammen mit Kameraden aus Rieseby und Eckernförde. „Bis jetzt sieht es gut aus, dass wir alles bestehen“, sagt Marc-Philipp Stöcken. Als nächstes steht die schriftliche Prüfung an. Jugendfeuerwehrtwart Ulf Matzen ist zuversichtlich. „Ich gehe davon aus, dass sie das ebenfalls schaffen“, sagt er mit voller Überzeugung. „Dabei wird Allgemeinwissen über die Feuerwehr und ein bisschen Politik abgefragt. Schließlich sollte man zum Beispiel wissen, wer der Innenminister und somit unser Chef ist.“

Nach fast sechs Stunden haben alle 26 Gruppen bestanden. Mit diesem Abzeichen können sie ohne einen einjährigen Lehrgang mit 18 Jahren in die aktive Wehr eintreten.

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Ein Artikel von
Fatima Krumm
Volontärin

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