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Flüchtlinge und Arbeitsplätze

Leserfragen Flüchtlinge und Arbeitsplätze

Die einen sehen in den Flüchtlingen eine Chance für die Wirtschaft, andere eine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Im dritten Teil unserer Serie geht es um Fragen ums Thema „Flüchtlinge und Arbeitsplätze“.

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 Arjan Mahmoud hat einen festen Job als Schweißer und Schlosser bei der Henning Dierk GmbH in Wattenbek. Jeden Monat schickt er Geld nach Syrien zu seinen Eltern:

Quelle: Uwe Paesler/ Archiv

Kiel. Welche Qualifikation bringen die Flüchtlinge mit?

Dazu gibt es bisher keine repräsentativen Zahlen. Erste Erfahrungen zeigen, dass das Feld sehr breitgefächert ist: Es reicht von Flüchtlingen, die kaum lesen und schreiben können, bis zu gut ausgebildeten Akademikern mit Deutschkenntnissen. Viele haben eine Ausbildung, die nicht dem deutschen Standard entspricht. Dennoch sieht Margit Haupt-Koopmann von der Regionaldirektion ein großes Potenzial in den Flüchtlingen: „Zwei Drittel sind unter 30 Jahre alt. Wenn wir sie aus- und weiterbilden, können sie noch jahrzehntelang arbeiten.“

Wie werden Flüchtlinge fit für den Arbeitsmarkt gemacht?

Inzwischen gibt es Vorbereitungskurse für den Studieneinstieg, die online absolviert werden können. Die Arbeitsagenturen bezahlen Nachqualifizierungen und Deutschkurse. Über ein Langzeitpraktikum kann ein Betrieb ohne Zusatzkosten einen Bewerber testen. Klappt alles, gibt es am Enden eine Ausbildung. Für Jens Norden, Geschäftsführer einer Metallbaufirma, sind aber Abschlüsse in der Heimat ohnehin zweitrangig: „Ich mache eine eigene Eignungsprüfung. Wichtig sind auch Lernwille und Leistungsbereitschaft.“

Geht die Förderung der Asylbewerber zulasten der hiesigen Bewerber?

„Die Förderung von Flüchtlingen wird zusätzlich finanziert. Alle anderen Förderungen laufen weiter. Es gibt keine Benachteiligung der hiesigen Bewerber“, sagt Margit Haupt-Koopmann. Durch die Sprachhürde haben Flüchtlinge eher geringere Chancen auf einen Job, zumal auch für sie Mindest- und Tariflöhne gelten. Und: Ein Flüchtling im Asylverfahren darf zwar nach drei Monaten arbeiten, benötigt dazu aber eine Erlaubnis der Ausländerbehörde. Die gibt es nur, wenn die Arbeit die gesetzlichen Bedingungen erfüllt und wenn es keinen geeigneten anderen Bewerber gibt. Die Vorrangprüfung entfällt nur in Mangelberufen und wenn der Flüchtling länger als 15 Monate hier ist. stü

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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