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Eier bald wieder von freien Hühnern?

Lockerung der Stallpflicht Eier bald wieder von freien Hühnern?

Die Regierung will die landesweite Stallpflicht für Geflügel demnächst lockern. Das kündigte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch in Kiel an.

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Hartmut Stegemann, Chef vom Hof Postkamp in Altenholz, weist seine Kunden mit Zetteln in den Kartons darauf hin, dass er im Moment keine Eier aus Freilandhaltung anbieten kann. Seine Legehennen müssen wie viele andere Tiere im Land wegen der Geflügelpest-Verordnung im Stall bleiben.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Es gehe „um Tage oder Wochen“, bis das Geflügel nur noch in bestimmten Risikogebieten aufgestallt werden müsse. Aktuell ist das nicht möglich, weil die Geflügelpest in Schleswig-Holstein weiterhin grassiert.

„Ich erwarte, dass sich die Situation im Frühjahr stabilisieren wird“, sagte Habeck. Mit dem Ende des Vogelzugs im Spätwinter, steigenden Temperaturen und der höheren UV-Strahlung werde der Infektionsdruck voraussichtlich nachlassen. An einem „Tag X“ werde die Stallpflicht dann auf Risikogebiete begrenzt. Über dieses Verfahren wurden die zuständigen Kreise bereits per Erlass informiert. Ein Schwerpunkt waren die Risikogebiete, in denen Geflügel bis auf Weiteres eingesperrt bleiben muss.

Zu den Risikogebieten gehören die gesamte Nord- und Ostseeküste, also auch die Kieler Förde. Dort soll die Stallpflicht in einem Küstenstreifen von drei Kilometern weiter gelten. Grund: Nach Einschätzung des Ministeriums wird die Geflügelpest in Wassernähe zuletzt enden. Als Risikogebiet gilt deshalb auch eine 500-Meter-Zone rund um Seen und Flüsse. Ebenfalls nicht aus der Stallpflicht entlassen will Habeck Regionen mit einen hohen Geflügeldichte (mehr als 500 Tiere je Quadratkilometer). Derart große Geflügelbetriebe gibt es etwa in den Kreisen Segeberg und Ostholstein, aber vereinzelt auch in vielen anderen Regionen Schleswig-Holsteins.

Darüber hinaus können die Kreisveterinäre laut Erlass weitere Risikogebiete festlegen. Und: Es bleibt bei der Regelung, dass im Umkreis von Vögeln, die nachweislich an Geflügelpest gestorben sind, lokale Sperrbezirke mit dreiwöchiger Stallpflicht eingerichtet werden.

„Wir werden, so schnell es die Lage zulässt, für Erleichterungen sorgen“, versprach Habeck. Offen blieb, nach welchen Kriterien das Ministerium den Tag X ausrufen will. Der Minister ließ aber durchblicken, dass das auch noch während des Rückgangs der Geflügelpest möglich wäre. „Wenn wir auf ein Null-Risiko warten, würde sich die Stallpflicht vermutlich noch bis Mai hinziehen.“

Die Hoffnung, die Stallpflicht schon jetzt lockern zu können, hatte sich erst in den vergangenen Tagen zerschlagen. Im März wurden bisher 34 tote Vögel untersucht. Bei sechs bestätigte sich der Seuchenverdacht. Im Februar gab es 32 Pestfälle und damit mehr als im Dezember und Januar zusammen.

Habeck vermutet, dass die Todeszahlen auch deshalb zum Ende des Winters steigen, weil viele Vögel entkräftet sind. Betroffen vom Virus sind derzeit vor allem „Standvögel“ wie Schwan und Reiher, aber auch Bussard und Möwe, die sich von infiziertem Aas ernähren.

Habeck geht zugleich davon aus, dass die Geflügelpest wie ihre Vorläufer mit dem Frühling ausläuft. „Bis dahin appelliere ich dringend an alle Tierhalter, sich an die jetzt geltenden Schutzvorschriften zu halten.“ Die Vogelgrippe sei der bisher schwerste Tierseuchenfall in Schleswig-Holstein und mit Abstand europaweit der größte Geflügelpest-Fall.

„Gemessen an diesem Geschehen sind wir ganz gut durchgekommen“, sagte Habeck. Neben Wildvögeln seien in Schleswig-Holstein nur zwei große und zwei kleine Nutztierhaltungen betroffen gewesen. In Niedersachsen, anderen Ländern und EU-Staaten seien die Keulungszahlen „dramatisch höher“.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

Umweltminister Robert Habeck steckt bei der Geflügelpest in einer Zwickmühle. Als oberster Seuchenbekämpfer darf er die Stallpflicht nur aufheben, wenn die Vogelgrippe ausgestanden ist.

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