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Rotunde statt Konzertsaal

MuK Lübeck Rotunde statt Konzertsaal

Der Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle (MuK) in Lübeck bleibt noch bis 2017 gesperrt, das ist seit Dienstag klar. Sanierungsarbeiten in Höhe von sechs Millionen Euro sind dringend notwendig. 

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Hier wird frühestens Ostern 2017 wieder ein Konzert ertönen: Der Lübecker Konzertsaal bleibt gesperrt.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Die ernüchternden Hinweise hatten sich verdichtet, die Konzertveranstalter haben sich schon ein wenig arrangiert mit der Perspektive für die Musik- und Kongresshalle (MuK) Lübeck. Jetzt herrscht Klarheit, Dienstag machte Bürgermeister Bernd Saxe es offiziell: Der seit zwei Monaten gesperrte Top-Konzertsaal im Lande braucht aus statischen Gründen eine komplett neue, leichtere Akustikdecke, im selben Atemzug werden Brandschutz- und Klimatechnik erneuert – der Saal bleibt absehbar bis Ostern 2017 dicht. Das ist schmerzhaft. Aber es gibt ja jenseits des Foyers die Rotunde. Und die kann zwar nicht für jedes, aber doch für viele klassische Konzerte eine Ausweichlösung sein.

Das hat Christian Schwandt als Lübecker Theaterdirektor bereits in drei Philharmonischen Konzerten erfahren, das hat SHMF-Intendant Christian Kuhnt gerade erst beim NDR-Konzert mit Christoph Eschenbach und dem Pianisten Arcadi Volodos erlebt. Eschenbach sei, wie er selbst auch, „überrascht gewesen, wie gut es geht“, sagte Kuhnt gestern: Die Rotunde mit ihren 1400 Plätzen (statt 1800 im Saal) sei als Alternative akzeptiert. Man habe schließlich einige Übung beim Festival, ungewohnte Orte zu bespielen. Wenn denn akustisch (mobile Wände, Schallsegel) und optisch (Sichtschutz, Verdunklung) ein wenig nachgebessert werde. Die Signale von Stadt und MuK waren dazu positiv. In diesem Jahr bespielte das SHMF zwölfmal die MuK, das wird 2016 sicher weniger werden, Geschäftsführerin Ilona Jabarek nannte gestern gar die Zahl vier – London Philharmonic etwa, oder zuletzt auch Maurizio Pollini, ließen sich nun mal nicht innerhalb der MuK verlagern. Auch für das Eröffnungskonzert wird man absehbar eine andere Lösung innerhalb Lübecks finden müssen, deutete Kuhnt an. In den Anfangsjahren des SHMF dirigierte Günter Wand Bruckners Symphonien stets im Dom.

Auch der NDR werde mit seinem sinfonischen Zyklus der MuK mit einer optimierten Rotunde treu bleiben, hieß es gestern aus Hamburg. Theaterchef Schwandt bekannte sich gestern pragmatisch zur MuK. Auch wenn sie für die beliebten Philharmonischen Konzerte weniger Plätze biete, seien es allemal mehr als in seinem Großen Haus (792). Und: Terminlich seien die Konzerte mit dem Opernbetrieb ohnehin nicht vereinbar. Schwandt freut sich über die Treue seiner Abonnenten, die auch die Rotunde akzeptierten.

Rund sechs Millionen Euro müssen investiert werden, sagte Bürgermeister Saxe gestern: „Wir werden alles tun, um die haushaltsmäßige Ordnung der Mittel jetzt herzustellen“. Weil jenseits des konstruktiven Decken-Mängel weitere Überraschungen nicht völlig auszuschließen seien, habe man einen Zeitpuffer in die Planungen eingebaut. Alle übrigen Räume der MuK sind weiter nutzbar. Einnahmeausfälle „in Millionenhöhe“ sind dennoch zu befürchten. Auch wenn es seit der Sperrung Ende September viel Zuspruch von Besuchern gab und von Veranstaltern praktisch keine Absage, werden 2016 einige Klassikkonzerte und auch einige große Kongresse schlicht nicht realisierbar sein.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Knapp zwei Monate nach der überraschenden Sperrung des Konzertsaales der Musik- und Kongresshalle (MuK) will die Hansestadt Lübeck heute erste Planungen für die Sanierung vorstellen.

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