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Mann mit 14 Messerstichen getötet

Frau befürchtete Voodoo-Zauber Mann mit 14 Messerstichen getötet

Ein Familienvater wird im Kreis Ostholstein brutal erstochen. Vor Gericht legt seine wegen Mordes angeklagte Frau ein Geständnis ab. Als Motiv nennt ihr Verteidiger massive Demütigungen durch den Mann - und die Furcht vor Voodoo-Zauber.

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Ein Familienvater wird im Kreis Ostholstein brutal erstochen. Vor Gericht legt seine wegen Mordes angeklagte Frau ein Geständnis ab.

Quelle: Malte Christians/ dpa (Archiv)

Lübeck. Mit einem Geständnis der Angeklagten hat am Dienstag in Lübeck der Prozess um ein Familiendrama in Kabelhorst (Kreis Ostholstein) begonnen. Sie habe ihren Ehemann mit 14 Messerstichen getötet, weil dieser sie seit Jahren gedemütigt und erniedrigt habe, hieß es in einer von ihrem Anwalt verlesenen Erklärung. Die Staatsanwaltschaft wirft der 43-Jährigen Mord aus Heimtücke vor. Sie soll ihren Mann im Oktober 2015 im Schlaf erstochen haben.

Polizei und Rettungskräfte hatten das 58 Jahre alte Opfer am 22. Oktober mit klaffenden Wunden an Kopf und Bauch in einer Blutlache liegend gefunden. „Türen und Fenster waren unbeschädigt“, sagte ein Polizeibeamter als Zeuge aus. Die Frau habe angegeben, in der Nacht seien zwei Männer in das Schlafzimmer eingedrungen, hätten ihr befohlen, sich die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und ihren Mann getötet.

„Meine Mandantin will Verantwortung für die Tat übernehmen, die sie eigentlich nie begehen wollte“, sagte Verteidiger Stephan Tripmaker. Doch die 2010 geschlossene Ehe sei völlig zerrüttet gewesen, der Mann habe sie ständig mit anderen Frauen betrogen. Für den dritten Verhandlungstag am 4. Mai kündigte er ein umfassendes persönliches Geständnis der Angeklagten an.

Das Ehepaar hatte 2010 in Kamerun, dem Heimatland der Frau, geheiratet. Ein Jahr später zogen sie nach Kabelhorst, wo der Mann bereits vor der Eheschließung ein Haus gekauft hatte. Auch er stammte aus Afrika, lebte aber schon seit längerer Zeit in Deutschland und arbeitete in einem Hotel im Ostseebad Grömitz.

„Er sagte, wenn er mit der Renovierung fertig ist, fährt er nach Kamerun und sucht sich eine Frau“, sagte eine Nachbarin des Paares am Dienstag vor Gericht. 2011 und 2013 wurden die beiden Kinder des Paares geboren. „Wir hatten den Eindruck, dass sie eine glückliche Ehe führten“, sagte die Zeugin.

In Wahrheit jedoch habe der 58-Jährige wie ein Patriarch regiert und seine Frau mit willkürlichen Verboten schikaniert, sagte der Verteidiger. Seine Mandantin habe auch berichtet, dass ihr Mann Hexerei und Voodoo-Zauber praktiziert habe, sagte er. Die Angeklagte habe keinen anderen Weg gesehen, um ihr Martyrium zu beenden. Der Prozess wird am 29. April fortgesetzt.

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