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Luftwaffe in Jagel ist bereit für die Drohnen

Bundeswehr Luftwaffe in Jagel ist bereit für die Drohnen

Nach dem Debakel um die Luftwaffen-Drohne „Euro Hawk“ ist das Thema unbemannte Luftfahrt aus den Schlagzeilen verschwunden. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Thema auch von der Agenda der Bundeswehrplanung verschwunden ist.

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Deutsche Heron kreisen zur Zeit nur über Israel und Afghanistan.

Quelle: Frank Behling

Jagel. Ganz im Gegenteil. Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel ist inzwischen das Zentrum für die unbemannte Fliegerei in der Bundeswehr. Der Fliegerhorst wächst sogar. In der nächsten Woche hat sich deshalb hoher Besuch angesagt: Die Verteidigungsministerin kommt am Mittwoch vorbei.

 Der Wandel ist auch in frisch asphaltierten Straßen, renovierten Flugzeugbunkern und einer verbreiterten Start- und Landebahn ablesbar. Die größten Drohnen und Flugzeuge der Welt können dort jetzt in Jagel landen. „Das Nest ist fertig“, sagt Oberst Michael Krah stolz. Der Kommodore des Geschwaders mit 1500 Soldaten und zivilen Mitarbeiter ist Chef eines wieder wachsenden Standortes. In Zukunft soll Jagel das Zentrum der unbemannten Luftfahrt der Bundeswehr werden. Dabei hat das, was da geplant ist, nicht sehr viel mit den Drohnen zu tun, die unter den Namen Luna und Aladin bisweilen für das Heer über Ostholstein kreisen. „Das hier sind schon andere Systeme. Sie sind viel größer und fliegen höher“, sagt Krah.

 Am Stützpunkt wurde die zweite Staffel des „Immelmann“-Geschwaders vor geraumer Zeit wiederbelebt. In dem Bungalow am westlichen Rand des Fliegerhorstes ist jetzt die Heimat von 80 Soldaten der unbemannten Luftfahrzeuge. Vier Maschinen des Typs Heron sind aus Israel geleast worden und stellen den Kern der Drohnen-Staffel des Geschwaders. Drei Maschinen fliegen in Afghanistan, eine zur Ausbildung in Israel. In Jagel selbst fliegen noch keine Drohnen, dafür fehlt noch die Genehmigung. Hier aber erfolgt die Ausbildung der Soldaten an Kontroll- und Bodenstationen.

 Inzwischen hat die 2. Staffel personell regen Zulauf. „Wir haben Soldaten aus allen Bereichen der Luftwaffe hier“, sagt Ausbilder Marco. Die ersten Soldaten verfügen bereits über mehr als 1000 Flugstunden auf dem Heron. Die Ausbildung läuft deshalb auf Hochtouren. Gerade erst wurde in Staffelgebäude ein Messingschild mit der Zahl 28000 angenagelt. So viele Flugstunden haben Soldaten aus Jagel bereits mit dem fliegenden Auge aus Israel absolviert - überwiegend in Afghanistan.

 In dem Team sind ganz unterschiedliche Soldaten. Ehemalige Jet- und Transall-Piloten, Hubschrauberbesatzungen und Flugzeugmechaniker zählt Oberst Krah in seiner Staffel. Sie alle durchlaufen eine Grundausbildung in Israel, wo Heron gebaut wird. Danach erfolgt in Jagel die taktische Ausbildung und Einsatzvorbereitung. „Das ist schon etwas anderes, wenn man in einem Container sitzt und nicht in einem Cockpit“, sagt Pilot Jürgen. Der 29-jährige hat zuvor Transportflugzeuge geflogen. Der Drohnen-Pilot hat einen Sensor-Operator neben sich. Es ist Hauptfeldwebel Sascha, der die Bildschirme und Instrumente bedient. Das Auge ist ein System mit Kameras und Sensoren im Bug der Heron. „Wir müssen beim Flug eng zusammenarbeiten. Der Pilot muss wissen, was ich will und wie er fliegen soll“, sagt Sascha, der eine technische Laufbahn hinter sich hat und vorher Schleudersitze wartete. Der Pilot wiederum muss zusehen, dass die Drohne bei ihren Manövern immer flugfähig bleibt.

 Die Vorbereitung für die nächsten 80 Soldaten laufen. Eine dritte Staffel soll aufgebaut werden. Dann könnte die nächste Premiere folgen. Die unbemannte Luftfahrt ist noch reine Männersache in der Bundeswehr. Frauen sind noch nicht in dem Drohnen-Team in Jagel. Dafür haben die Soldaten sogar schon einen Wegweiser aufgestellt: „Bewachter Frauenparkplatz“ steht vor dem Staffelgebäude.

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