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Rückkehr zur klaren Sprache

Die Lutherbibel Rückkehr zur klaren Sprache

Die neue Lutherbibel ist da. Die Nordkirche wird in dieser Woche ihren rund 1000 Kirchengemeinden die frisch überarbeitete Fassung überreichen. In etlichen Städten sind dazu besondere Aktionen geplant. In Lübeck werden Pastoren auf dem Markt ihre liebsten Bibelstellen vortragen.

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Auch die Frankfurter Buchmesse kam nicht ohne die neue Lutherbibel aus. Heinrich Riethmueller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (links), und Christoph Roesel von der Deutschen Bibelgesellschaft enthüllten das Buchcover mit der Lutherrose.

Quelle: Heike Lyding

Kiel/Schwerin. In Hamburg-West/Südholstein werden die Pröpste die Bibeln mit Lastenfahrrädern in die Gemeinden bringen. In Rendsburg wird Bischof Gothart Magaard ein Exemplar an Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) für den „Raum der Stille“ des Landtags übergeben. Ab Ende Oktober feiern die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in der gesamten Bundesrepublik 500 Jahre Reformation. Damit beginnt eine Marathonfeier, die erst im Oktober 2017 enden wird und ganz im Gedenken an den Kirchenreformator Martin Luther steht.

Fünf Jahre lang haben mehr als 70 Wissenschaftler die Grundtexte der Bibel überprüft und fast 12 000 der 31 000 Verse verändert. Das klingt gewaltig, und täuscht dennoch. Denn häufig wurden nur einzelne Wörter angepasst, oder es wurde sogar nur die Zeichensetzung aktualisiert. Unterm Strich wurden acht Prozent der Wörter ausgetauscht. So wurde beispielsweise das Wort „Wehmutter“ durch „Hebamme“ ersetzt und die Frau in der Schöpfungsgeschichte nicht mehr als „Gehilfin“ bezeichnet, sondern als „eine Hilfe, die ihm entspricht“. An etlichen Stellen haben die Experten zudem judenfeindliche Äußerungen geglättet. „Die meisten dieser negativen Dinge sind später von Revisoren hineingeschrieben worden“, so Altbischof Christoph Kähler. Martin Luther selbst habe Antijudaismen so gut wie nicht benutzt.

Was ist das Ziel?

Am Aktualisierungsprozess war auch Markus Saur vom Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologe der Kieler Uni beteiligt. „Überraschend war für uns, dass der alte Luthertext aus dem 16. Jahrhundert präziser und genauer war, als so manche Änderung aus der Revisionsarbeit des 20. Jahrhunderts.“ Mehrmals wurde die Lutherbibel im Laufe der Jahrhunderte überarbeitet. Die bislang jüngste Übersetzung stammt von 1984.

Ziel der 1300 Seiten starken Neuausgabe ist es, wieder möglichst nah am ursprünglichen Luthertext zu sein und antike Quellen präziser wiederzugeben. Ob das gelungen ist? Davon können sich nun die Menschen überall im Land selbst überzeugen. Viele Gottesdienste und Veranstaltungen sind in Schleswig-Holstein zur Einführung der Lutherbibel 2017 und zur Übergabe der neuen Altarbibeln geplant. „Die Nordkirche unterstreicht damit, dass die Bibel das Fundament unserer Identität als lutherische Kirche ist“, so Landesbischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der Ersten Kirchenleitung der Nordkirche. „Luther hat die Heilige Schrift übersetzt, weil sie grundlegende Quelle unseres Glaubens ist. Deshalb begrüße ich auch die neue Revision, die sehr klar Luthers Sprache wiedergibt. Sie war und ist kulturbildend für unsere gesamte Gesellschaft.“ Die gedruckte Startauflage liegt nach Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft bei 260 000 Exemplaren.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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