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Flotte schrumpft auf historischen Tiefstand

Marine Flotte schrumpft auf historischen Tiefstand

Kurz vor dem Jahreswechsel ist die Deutsche Marine um weitere fünf Einheiten geschrumpft. In der vergangenen Woche wurden zwei Tanker, zwei Schnellboote und ein Minensuchboot außer Dienst gestellt. Damit verringert sich die Zahl der schwimmenden Einheiten der Deutschen Marine auf 62 – ein neuer Tiefstand in der Geschichte der Marine.

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Frisch aus der Werft direkt zur Außerdienststellung. Die „Ammersee“ war der letzte Lindenau-Tanker der Deutschen Marine.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Davon betroffen sind die Standorte Warnemünde, Kiel und Wilhelmshaven.

 Den Anfang machten die Schnellboote „Puma“ und „Wiesel“. Die beiden Boote wurden am 14. Dezember im Marinestützpunkt Hohe Düne in Warnemünde aus dem Dienst der Flotte genommen. Damit sinkt die Zahl der Schnellboote auf vier. In Warnemünde starten am 1. Januar die letzten vier Schnellboote in ihr finales Dienstjahr. Im Herbst 2016 werden dann die Boote „Hyäne“, „Frettchen“, „Zobel“ und „Hermelin“ außer Dienst gestellt, wie ein Sprecher des Marinekommandos mitteilte.

 1990 hatte die Bundesmarine noch 40 Schnellboote. 20 dieser Boote waren damals in der Hohen Düne stationiert worden. Übrig bleiben dort jetzt nur noch die Tender „Donau“ und „Elbe“, die in Kürze zum 1. Unterstützungsgeschwader nach Kiel wechseln sollen. Warnemünde bleibt Heimat des 1. Korvettengeschwaders mit den fünf neuen Korvetten der „Braunschweig“-Klasse.

 In Kiel hingegen endete am Donnerstag nach 24 Jahren die Dienstzeit für das Minensuchboot „Auerbach/Oberpfals“ mit einen kleinen Zeremoniell im Tirpitzhafen. Das Hohlstab- lenkboot wurde noch am gleichen Tag ins Kieler Marinearsenal geschleppt und dort neben dem Schwesterboot „Hameln“ zur Verwertung aufgelegt. Damit verfügt die Marine jetzt nur noch über die drei Lenkboote „Siegbuirg“, „Ensdorf“ und „Pegnitz“. Diese Boote führen die Minensuchdrohnen des Typs „Seehund“ und sind somit einzigartig in der Marine.

 Völlig überraschend allerdings traf die Marine die Außerdienststellung der beiden letzten Lindenau-Tanker der „Walchensee“-Klasse. Die 74 Meter langen Schiffe waren im Herbst gerade vor dem Abschluss einer Werftüberholung, als an Bord im Aufbau größere Mengen Asbest gefunden wurden. Da eine Sanierung der 1967 in Kiel bei der Lindenau Werft in Dienst gestellten Tanker zu teuer wurde, kam jetzt die Stilllegung. Die „Ammersee“ liegt in Kiel, die „Tegernsee“ in Wilhelmshaven. Da Tanks und Rümpfe beider Schiffe gerade erst komplett saniert wurden, sollen diese Tanker jetzt verkauft werden. Das Schwesterschiff „Walchensee“ wurde 2001 bereits stillgelegt und gelangte inzwischen nach Afrika.

 Im Kieler Arsenalhafen warten jetzt neben der „Ammersee“ die Mineneinheiten „Auerbach“, „Hameln“ und „Passau“ sowie sechs Drohnen des Typs „Seehund“ auf eine neue Zukunft.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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