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Größtes Containerschiff der Welt in Hamburg

„MSC Zoe“ Größtes Containerschiff der Welt in Hamburg

Der Wettlauf der Containergiganten geht weiter. Im Hamburger Hafen hat am Sonnabend das größte Containerschiff der Welt festgemacht. Die „MSC Zoe“ ist das dritte von vier Schiffen der „Olympic“-Klasse der Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf.

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Die "MSC Zoe" hat in Hamburg festgemacht. Hunderte Schaulustige verfolgten bei schönstem Sommerwetter die Ankunft des Schiffs an der Elbe oder fuhren dem Frachter auf Barkassen und Booten entgegen.

Quelle: FB

Hamburg. Der Neubau wurde speziell für den Dienst zwischen China und Europa entwickelt und ist für die großen Häfen auf der Route optimiert worden.

Gebaut wurde das 396 Meter lange und 59 Meter breite Schiff in Korea auf der Daewoo-Werft. Die „MSC Zoe“ bringt die MSC-Flotte wieder nach vorn an die Spitze der Containerreedereien. Das in Italien und der Schweiz beheimatete Unternehmen wurde 1970 durch den Kapitän Gianluigi Aponte in Neapel gegründet. Heute ist der Sitz in Genf, der Heimat von Apontes Frau Raffaela. Innerhalb weniger Jahre hatte Aponte sein Familienunternehmen ganz nach oben in die Spitze der Reedereien gebracht. Jüngstes Familienmitglied ist die vierjährige Zoe, die den Riesenfrachter am Sonntag getauft hat. Zoe Vago ist die Tochter von Pierfrancesco Vago und Alexa Aponte Vago, der Tochter des Reedereigründers Gianluigi Aponte. Pierfrancesco Vago führt die zwölf Kreuzfahrtschiffe der MSC-Flotte.

Die vierjährige Zoe Vago taufte in Hamburg das größte Containerschiff der Welt auf den Namen "MSC Zoe". Foto: FB

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Der Neubau wurde in Geoje (Südkorea) unter der Aufsicht und mit Beratung durch den Germanischen Lloyd aus Hamburg gebaut. Das Schiff ist 73 Meter hoch und kann über 190.000 Tonnen Güter aufnehmen. Beeindruckend ist aber auch der Antrieb. Die über 100 Tonnen schwere Hauptmaschine der dänischen Marke Burmester & Wain hat eine Leistung von 62 Megawatt, womit das Schiff etwa 225 Tonnen Treibstoff pro Tag verbraucht und über 22 Knoten schnell fahren kann. Die Leistung ist fast doppelt so groß wie bei modernen Kreuzfahrtschiffen. Zum Vergleich: Das von Hamburg in diesem Sommer eingesetzte Kreuzfahrtschiff „MSC Splendida“ hat nur eine Maschinenleistung von 40,4 Megawatt. Die größten heute von der Reederei Aida Cruises eingesetzten Kreuzfahrtschiffe haben mit 25 Megawatt nicht mal die Hälfte der Leistung der „MSC Zoe“ in ihren Maschinenräumen.  

Die „MSC Zoe“ reiste in vier Wochen von Asien über Antwerpen nach Hamburg. In dem größten belgischen Hafen wurde unter der Woche ein Großteil der Container aus Asien ausgeladen und für den Weitertransport nach Westeuropa verteilt. Die restlichen Container werden jetzt in Deutschland gelöscht. Mit dem vollen Tiefgang von 16 Metern hätte das Schiff von China kommend ohnehin nicht in die Elbmündung einlaufen können. Für die Fahrt nach Hamburg war der Tiefgang in Antwerpen auf elf Meter reduziert worden.  

Unter den Reedereien bietet die „MSC Zoe“ der Flotte von MSC wieder einen kleinen Vorsprung auf den Rivalen Maersk aus Kopenhagen. Mit einer Containerkapazität von 19224 Standardcontainern (TEU) ist die „MSC Zoe“ den 20 Neubauten der Triple-E-Klasse von der dänischen Maersk Line knapp überlegen. Maersk hat aber bereits reagiert und elf Frachter mit einer Ladekapazität von 19630 TEU für den Linienverkehr zwischen China und Europa bestellt. Auch Schiffe mit mehr als 20000 TEU Ladekapazität befinden sich in Bau. Diese Schiffe sollen ab April 2017 in Fahrt kommen. Die neuen Maersk-Riesen sollen 400 Meter lang und 58,6 Meter breit sein. Die Steigerung der Containerkapazität wird aber in erster Linie durch die Vergrößerung des Tiefgangs auf 16,5 Meter erreicht. Diese Schiffe können dann auch den deutschen Tiefwasserhafen Wilhelmshaven nicht mehr uneingeschränkt anlaufen.

Als einziger Hafen erlaubt nur Rotterdam mit dem gerade neu in der Nordsee aufgespülten Tiefwasserhafen Maasvlakte 2 auch den größten Schiffen der Welt mit bis zu 20 Metern Tiefgang ein von Ebbe- und Flut unabhängiges Einlaufen.

In der Welthandelsflotte der Containerreedereien führt nach der aktuellen Statistik des Branchendienstes Alphaliners die dänische Maersk Line mit 613 Schiffen und 3,071 Millionen TEU. MSC folgt mit 504 Schiffen und 2,6 Millionen TEU auf dem zweiten Platz. Größte deutsche Reederei ist Hapag-Lloyd auf Platz vier mit 182 Schiffen und 970000 TEU. Die beiden Spitzenreiter haben bei Werften in Asien derzeit 88 weitere Containerschiffe mit einer Kapazität von 1,1 Millionen TEU bestellt.  

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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