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Ab ins Maislabyrinth

Interaktive Karte Ab ins Maislabyrinth

25000 Quadratmeter und lauter Sackgassen: Auf Gut Wulfshagen ist ein Labyrinth aus Mais entstanden. Wo Sie in Schleswig-Holstein noch weitere Maislabyrinthe finden, zeigen wir Ihnen in einer interaktiven Karte.

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Wieder eine Sackgasse: es sieht einfach alles gleich aus.

Quelle: Michael Kaniecki

Tüttendorf. Ungeduldig läuft Emilia mit Mutter Britta Raitschew durch den riesigen Mais. Bruder Ogenjan schläft gemütlich im Kinderwagen. „Wir holen uns jetzt eine Karte. Emilia hatte sich zwar den Plan gemerkt, aber wir haben uns nun doch verlaufen“, erzählt Britta Raitschew. „Aber wenn es zu einfach wäre, ist es ja auch langweilig“, sagt sie schmunzelnd.

 Hinter Blickstedt auf Gut Wulfshagen haben Moritz Graf zu Reventlow und sein Lebensgefährte Dawid Turecki ein Maislabyrinth angelegt. „Die Idee hatten wir vor einem Jahr. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man sieht, was man umgesetzt hat.“ Zuerst zeichneten sie auf Papier die Gänge auf, im April wurden 25000 Quadratmeter bepflanzt. Im Mai stand das große Mähen an, bei dem die beiden 3500 Meter Weg akkurat nach Plan in das Feld hinein mähten.

 „Das Problem war nur, dass die Blätter derweil alle zum Licht hin wuchsen“, erzählt Turecki. „Wir haben mit sieben Leuten drei Tage gebraucht, um die Blätter einzeln abzureißen, damit die Gänge frei sind.“ Seit einer Woche ist das Maislabyrinth besucherfertig. Zwischen den 3,5 Meter hohen Maispflanzen gibt es keine Chance, sich zu orientieren. Alles sieht gleich aus. Zur Schatzkiste in der Mitte zu finden, kann deshalb schon mal eine Dreiviertelstunde oder länger dauern. Sich die richtige Abzweigung zu merken, ist nahezu unmöglich. Wähnt sich der Besucher gleich am Ziel, so ist es doch nur eine Sackgasse, die auf dem Hinweg noch keine zu sein schien.

Mit der Schatzkarte durchs Maislabyrinth

 Fand Emilia den Irrgarten anfangs noch „langweilig“, hat sie beim zweiten Versuch mit Schatzkarte doch sichtlich Spaß dabei, die Truhe zu finden und zu öffnen. Auch Brüderchen Ogenjan ist aufgewacht, um zuzusehen, wie Emilia freudestrahlend sich und ihre Familie in das Besucherbuch einträgt. Um sich am Eingang eine Kleinigkeit für erfolgreiche Schatzsucher abholen zu dürfen, nimmt sie ein Beweisstück aus der Truhe mit.

 Damit sich die großen Besucher ausruhen und die Kleinen austoben können, wollen der Graf zu Reventlow und Turecki noch Strohballen ins Ziel schaffen. Auch ein kleiner Hochsitz ist schon aufgestellt. „Doch mittlerweile sind die Pflanzen einfach so hoch, dass man keinen Überblick mehr hat.“ Selbst vom Geländer sind für große Besucher maximal die Zipfel der Pflanzen zu sehen. Größer werden die Pflanzen aber nicht mehr. „Die Energie geht jetzt in das Kolbenwachstum“, erzählt Graf zu Reventlow. „Was hier an Biomasse wächst, ist schon beachtlich.“ Bis Oktober gedeihen die Kolben auf dem Gut, danach kommen sie in die Biogasanlage nach Strande.

 Einmal in der Mitte angelangt, ist der Spaß noch nicht vorbei. Den Rückweg säumen die nächsten Sackgassen. Auch Rehe, Damwild und Füchse dringen ins Labyrinth vor, finden aber fix wieder hinaus. Der Gettorfer Jörg Brockhoff ist mit seiner Frau und den Enkelkindern schon am Anfang auf Abwege geraten. „Wir haben uns in fünf Minuten erst einmal verlaufen, aber wir versuchen nicht zu mogeln“, lacht er und versucht es jetzt doch mit der Karte, die Britta Raitschew ihm überließ. „Wir finden toll, dass es das hier gibt“, ruft seine Frau noch schnell, bevor sie den vorpreschenden Kindern hinterher eilt. „Verloren gegangen ist bisher aber noch niemand“, versichert Dawid Turecki. Ein Sicherheitsweg führte bislang jeden zum Ausgang.

 Maislabyrinth Gut Wulfshagen

Maislabyrinth Gut Wulfshagen

Eintritt fünf Euro (Gruppenpreise günstiger), Kinder unter sechs Jahre kostenlos. Kaffee und Kuchen im Café Alte Schule nebenan.

Maislabyrinthe in Schleswig-Holstein

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