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Marine sagt Somalia-Einsatz ab

U-Boot nicht tropentauglich Marine sagt Somalia-Einsatz ab

Der Anti-Piraten-Einsatz der Eckernförder U-Bootfahrer ist überraschend abgesagt worden. Das Marinekommando Rostock bestätigte auf Anfrage, dass „U34“ an der multinationalen Mission Atalanta am Horn von Afrika nicht teilnehmen wird. Nach Informationen von KN-online sind es vor allem technische Gründe, die zu der überraschenden Entscheidung führten.

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Die Eckernförder U-Bootfahrer sollen vorerst in der Region bleiben.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Aufwand, um das Brennstoffzellenboot für den Einsatz in den tropischen Gewässern tauglich zu machen, ist offenbar zu groß.

 Anders als die U-Boote anderer Nationen sollte „U 34“ mithilfe eines Dockschiffes im Huckepack-Verfahren nach Dschibuti gebracht werden. Darüber hinaus wäre aber auch eine Anpassung der Klimatechnik notwendig gewesen, um einen einwandfreien Betrieb der Bordsysteme zu gewährleisten. Gerade in den Tropen ist Kondenswasser in den Booten ein Risikofaktor. Die Wassertemperatur am Horn von Afrika liegt im Sommer bei 28 Grad und höher.

 Nach einem internen Bericht der Marine hätten die hohen Temperaturen auch Auswirkungen auf die Antriebsanlage gehabt. Die Reichweite wäre deutlich kleiner als in Nordeuropa gewesen. Da ein Großteil der Kühlung auf den deutschen U-Booten mit Seewasser erfolgt, sinkt bei Wassertemperaturen nahe der 30-Grad-Grenze die Leistungsfähigkeit. Davon betroffen sind die ersten vier U-Boote der Klasse 212A. Erst mit „U 35“ und „U 36“ kamen neue Kühlsysteme ohne Tropen-Problem zum Einsatz.

 Nach der ursprünglichen Planung sollte „U 34“ von März bis August vor Somalia eingesetzt werden. Als schwimmende Basis sollte auch der Tender „Main“ verlegt werden. Der Einsatz von „U 34“ im Indischen Ozean wäre eine Premiere für die Deutsche Marine gewesen. Zuletzt waren dort im Zweiten Weltkrieg deutsche U-Boote im Einsatz. Aktuell sollte „U 34“ für verdeckte Operationen eingesetzt werden und beim Aufspüren von Piratenlagern helfen.

 Jetzt soll für die Besatzung ein anderes Operationsgebiet gesucht werden. Welches das sein wird, wurde nicht mitgeteilt. Angaben über diese Planung unterliegen der Geheimhaltung, so ein Sprecher des Marinekommandos. Inoffiziell heißt es, die Eckernförder U-Bootfahrer bleiben vorerst in der „Region“.

 Auch die anderen Boote stehen nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Wie die Marine bestätigt, sind derzeit drei der fünf U-Boote zur Instandsetzung in der Werft bei ThyssenKrupp Marine Systems. Dort sieht man allerdings keine grundsätzlichen Einsatzdefizite. Die Kieler Werft verweist auf die für Israel, Indien oder Brasilien gebauten U-Boote, die auch in wärmeren Gefilden erfolgreich eingesetzt werden.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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„U34“ wird der internationalen Streitmacht am Horn von Afrika nicht fehlen. Aber dem deutschen U-Boot-Bau ist eine Chance entgangen, sein Können zu zeigen. Schuld daran sind weder unfähige Ingenieure noch die Industrie.

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