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Marine sucht Ersatz für „Gorch Fock“

Segelschulschiff Marine sucht Ersatz für „Gorch Fock“

Die Offiziersanwärter der Deutschen Marine werden im nächsten Jahr wieder an Bord eines richtigen Segelschulschiffs ihre seemännische Grundausbildung bekommen. So weit die gute Nachricht für die Kadetten. Es gibt aber einen Haken. Diese Ausbildung wird nicht auf der „Gorch Fock“ erfolgen.

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Die „Gorch Fock“ fällt länger aus. Deshalb sucht die Marine jetzt bei den anderen Marinen nach einem Ersatzschiff für die Ausbildungsfahrt im nächsten Jahr.

Quelle: Uwe Paesler (Archiv)

Kiel.  „Wir suchen konkret nach einem Schiff für das dritte Quartal 2017. Welches Schiff das sein wird, steht aber noch nicht fest“, bestätigte Vizeadmiral Rainer Brinkmann, stellvertretender Inspekteur der Marine am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts 2016 bei der Marineschifffahrtsleitung in Hamburg.

 Die „Gorch Fock“ liegt seit Januar in der Werft und bekommt neue Masten. Nun musste die Marine angesichts des Umfangs der Arbeiten an der Bark die Hoffnungen aufgeben, dass das Segelschulschiff bereits ab Sommer nächsten Jahres wieder auf Ausbildungsfahrt gehen kann. Die Arbeiten dauern möglicherweise bis Herbst 2017.

Ernüchterndes Fazit

 In diesem Sommer musste bereits der komplette Offiziersjahrgang seine seemännische Grundausbildung auf Dienstsegelbooten der Marineschule Mürwik auf der Flensburger Förde und der westlichen Ostsee absolvieren. Das Fazit fiel ernüchternd aus. „Das ist nicht so wie auf einem Segelschiff“, so Brinkmann. Besonders unter den Gesichtspunkten des Teambuildings und seemännischer Erfahrungen seien die kleinen Segelboote kein adäquater Ersatz. Deshalb habe man jetzt das Interesse an einer Kooperation mit einer Partnermarine und prüfe die Möglichkeiten zum Einsatz eines anderen Segelschulschiffes als Ersatz für die „Gorch Fock“, so der Admiral.

Neben der Deutschen Marine unterhalten in der Nato auch Spanien, Portugal, Polen und Italien größere Segelschulschiffe. Eine Entscheidung soll im Frühjahr fallen. Das fast baugleiche Schwesterschiff der „Gorch Fock“ fährt zum Beispiel als „Sagres“ für die Marine Portugals. Zuletzt hatte die Marine im Sommer 2000 aus Norwegen das Segelschulschiff „Statsraad Lehmkuhl“ während einer längeren Werftzeit der „Gorch Fock“ gechartert.

Kein Einsatz-Ausbildungs-Verband

 Eine Entscheidung gefallen ist dagegen bereits, was die Ausbildung der deutschen Kadetten auf Kampfschiffen betrifft. Weil die Deutsche Marine aus Mangel an Schiffen in diesem Jahr und auch im nächsten Jahr keinen Einsatz-Ausbildungs-Verband aufstellen kann, helfen ebenfalls Partner aus. „Es gibt eine Kooperation mit Großbritannien und Frankreich. Es ist eine Einschiffung auf Einheiten dort geplant“, sagt Brinkmann. Beide Marinen haben Kampfschiffe, auf denen die Möglichkeit bestehe einen ganzen Hörsaal der Marineschule einzuschiffen. Der Deutschen Marine fehlen hierfür schlicht Schiffe. In wenigen Tagen wird auch noch die Fregatte „Karlsruhe“ aus der Fahrbereitschaft genommen. Dann hat die Marine nur noch neun von einst 15 Fregatten.

 Die „Gorch Fock“ liegt schon seit Anfang des Jahres ohne Masten im Dock. Im Januar war das 1958 gebaute Schiff zunächst von Kiel nach Elsfleth verlegt worden und anschließend nach Bremerhaven. Die Masten sollen im Frühjahr gefertigt werden. „Fest steht aber eins. Die ,Gorch Fock’ wird erhalten. Sie ist für die Marine sehr wichtig: Nicht nur als Ausbildungsschiff, sondern auch als Symbol“, so Brinkmann.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Der Offiziersjahrgang 2016 geht in die Geschichte der Marine ein. Es gab keine Ausbildungszeit an Bord eines Segelschulschiffes und auch kein Flottenpraktikum auf Kampfschiffen.

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