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Küstenwache: Alle für eine

Maritimes Bündnis Küstenwache: Alle für eine

Die Forderung nach der Einrichtung einer Küstenwache bekommt neuen Schwung. In Hamburg hat ein Zusammenschluss aus Vereinen und maritimen Verbänden ein Positionspapier zur Schaffung einer echten „Deutschen Küstenwache“ vorgestellt.

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In den USA ist eine einheitliche Küstenwache von Alaska bis Florida für Schutz und Überwachung der Gewässer und Schifffahrt zuständig.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Wir brauchen in Deutschland endlich eine einheitliche Sicherheitsstruktur auf See, das Nebeneinander von fünf Bundesbehörden und den Landesbehörden ist nicht mehr zeitgemäß“, fordert Hans von Wecheln, Sprecher der Schutzgemeinschaft deutsche Nordseeküste (SdN), die die Interessen von rund 200 Kommunen, Kreisen und Naturschutzvereinen vertritt.

 Beim Thema Küstenwache fordert die Schutzgemeinschaft seit mehr als 20 Jahren einen Kurswechsel. Aber das Bündnis hat jetzt Verstärkung bekommen. Die Nautischen Vereine Rostock, Kiel, Lübeck Nordfriesland, Neustadt und Wilhelmshaven-Jade sowie die Insel- und Halligkonferenz sind Mitzeichner des Positionspapiers. „Es wird Zeit, das endlich etwas passiert“, sagt Manfred Uekermann von der Insel- und Halligkonferenz.

 Im nächsten Jahr jährt sich die Havarie der „Pallas“ zum 20. Mal. 1998 strandete das Schiff vor Amrum und löste eine Diskussion über die Gefahrenabwehr vor der deutschen Küste aus. Damals wurde das Havariekommando in Cuxhaven aufgestellt, aber dabei blieb es auch. „Das ist zwar grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber das Havariekommando hat keine eigenen Mittel wie Schiffe oder Hubschrauber. Es kann nur um Bereitstellung bitten. Außerdem wird das Kommando erst dann tätig, wenn etwas passiert ist. Uns geht es mit der Forderung nach einer Küstenwache darum, dass es erst gar nicht zu einer Havarie kommen darf“, so Hans von Wecheln.

 Italien, Norwegen, Schweden, Russland, Kanada oder die USA haben eigenständige Küstenwachen, die die Gefahrenabwehr sicherstellen, den Verkehr überwachen, Schiffe stoppen und auch die Bekämpfung von Ölverschmutzungen übernehmen. In Deutschland ist das alles ein Flickenteppich. „Wir dürfen nicht außer acht lassen, dass es auch um die Sicherheit von immer mehr Kreuzfahrtschiffen geht“, mahnt Seerechtler Professor Uwe Jenisch vom Nautischen Verein zu Kiel an. Bislang wird in Deutschland die Kontrolle der Hoheitsgewässer auf fünf Bundesbehörden aufgeteilt: Zoll, Bundespolizei, Fischereischutz, Schifffahrtsverwaltung und Havariekommando sind auf See zuständig. Hinzu kommen Marine und die fünf Wasserschutzpolizeien der fünf Küstenländer.

 In dem Positionspapier wird in einem ersten Schritt die Zusammenlegung des maritimen Fuhrparks der fünf Bundesbehörden zu einer einheitlichen, echten Küstenwache gefordert. Der Zeitpunkt für dieses Papier wurde nicht ohne Grund gewählt. „Mit der Bundestagswahl ist jetzt der Zeitpunkt, endlich etwas zu bewegen“, sagt von Wecheln.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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