16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Mann rettete Bauern vor aggressivem Stier

Medaille für Retter Mann rettete Bauern vor aggressivem Stier

Weil er eingriff, rettete er seinem Nachbarn das Leben: Knut Ahsbahs-Diercks überlegte im Juli nicht lange, als ein Bulle den Bauern attackierte und rettete ihn vor dem aggressiven Stier.

Voriger Artikel
Langfinger nutzen den Weihnachtstrubel
Nächster Artikel
Person schießt in Pinneberg wahllos um sich

Knut Ahsbahs-Diercks (Mitte) rettete seinem Nachbarn das Leben, als dieser von einem Bullen attackiert wurde. Ehefrau Christina ist stolz auf ihren Mann. „Sie sind ein wahrer Held“, lobte Ministerpräsident Torsten Albig.

Quelle: Frank Peter

Kiel/Sommerland. Für diesen beherzten Einsatz, bei dem der 45-Jährige sein eigenes Leben aufs Spiel setzte, wurde dem Landwirt aus Sommerland (Kreis Steinburg) am Mittwoch von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Rettungsmedaille am Bande verliehen.

"Da fühlen sich Sekunden an wie eine Ewigkeit"

Eigentlich wollte Ahsbahs-Diercks am 18. Juli nur seine Weide mähen und sein 39-jähriger Nachbar den Zaun auf der Bullenweide ausbessern. Plötzlich griff einer der insgesamt neun Stiere den Nachbarn an. „Ich habe sofort die 110 gewählt, weil ich wollte, dass das Tier erschossen wird“, erinnert sich Ahsbahs-Diercks. Schnell wurde ihm klar, dass die Polizei nicht helfen kann. Also rief er die 112 und schilderte den Rettungskräften die Situation. „Da fühlen sich Sekunden wie eine Ewigkeit an.“

Währenddessen griff der Bulle den anderen Landwirt immer stärker an, brachte ihn zu Fall und drückte mit der Stirnplatte auf Oberschenkel und Hüfte des Mannes. Ahsbahs-Diercks, selbst Vater dreier Kinder, war klar, er musste eingreifen, um den Familienvater zu retten. „Das war keine Effekthandlung, sondern ich habe mich gezielt ganz langsam dem Bullen genähert.“ Sein Wille zum Helfen besiegte seine Angst und der „Schnack mit der Polizei“ habe dafür gesorgt, dass er konzentrierter Handeln konnte.

"Das weiß jeder Landwirt"

„Eigentlich hätte ich mit dem Schlepper auf die Koppel fahren müssen, damit sich der Nachbar zwischen den Rädern in Sicherheit bringen kann“, sagt Ahsbahs-Diercks. „Aber dann hätte ich nicht nur vier Zäune durchfahren müssen, sondern hätte auch noch den extrem aggressiven Bullen auf einer weiteren Weide befreit.“ Als sein Nachbar nach dem Bullen schlug, setzte das 700-Kilo-Tier mit seiner Stirnplatte erneut zum Quetschen an, diesmal auf der Brust des 39-Jährigen. „Das Tier hätte ihn zerdrückt.“ Ahsbahs-Dierks schlug dem Bullen aufs Auge. „Das ist eine besonders empfindliche Stelle, das weiß jeder Landwirt“, erklärt er gelassen. Doch das Tier fokussierte sich weiter auf sein Opfer, also setzte der Retter mit einem Tritt gegen den Hals nach.

Sein Nachbar konnte sich über den Zaun in den sicheren Wassergraben retten. Nach einem weiteren Schlag auf das Auge des Tiers sprang auch Ahsbahs-Diercks in den Graben. „Bullen mögen kein Wasser, außerdem war der Zaun zwischen uns.“ Während beim Nachbarn sämtliche Rippen auf der linken Seite gebrochen waren, kam er mit einem riesigen blauen Fleck davon.

Die Frau ist sehr stolz

„Sie sind ein wahrer Held“, erklärt Albig, als er ihm die Medaille ansteckt. Der Retter selbst sagt, es sei viel Zufall und Glück dabei gewesen. Seine Frau Christina erinnert sich an den Anruf danach: „Mein Mann bat mich nur, ihm trockene Sachen zu bringen.“ Sie sei sehr stolz auf ihn.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3