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Polizei jagt Einbrecherbanden

Mehr Personal, mehr Kontrollen Polizei jagt Einbrecherbanden

Mit einem hohen Personalaufwand kämpft die Landespolizei gegen den Einbruchsdiebstahl. In allen sieben Direktionen in Schleswig-Holstein sind die angezeigten Fälle in den vergangenen zwei Monaten dramatisch angestiegen.

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Mit einem hohen Personalaufwand kämpft die Landespolizei gegen den Einbruchsdiebstahl.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

Kiel. Oft werden die Täter nach ihrer Festnahme wegen fehlender Haftgründe wieder freigelassen. Das ärgert die Polizisten, die meist tagelang den Einbrechern auf der Spur sind. Am Freitag erließ ein Kieler Richter gegen drei Albaner Haftbefehl, die in einer Flüchtlingsunterkunft gemeldet sind und offensichtlich mehrere Taten begangen haben. Ein Erfolg für die Ermittler.

 Eine Vielzahl der Einbrüche geht auf das Konto von Banden mit Mitgliedern albanischer Herkunft. Diese Männer sind mit dem Flüchtlingsstrom ins Land gekommen und meist in einer Unterkunft gemeldet. Im Norden des Landes arbeiten die Einbrecher höchst professionell: Späher baldowern die Objekte aus und kennzeichnen sie mit sogenannten Gaunerzinken: Das heißt, sie markieren die Häusern mit verschiedenen Zeichen, die den folgenden Einbrechern Hinweise geben, ob zum Beispiel ein Hund da ist oder eine alleinstehende Person dort wohnt. In anderen Landesteilen fahren die Täter Wohngegenden ab und beobachten die Häuser. Brennt kein Licht, steigen sie ein.

Flensburg ist Sorgenkind

 Die Zahlen sind alarmierend: Allein in Kiel und dem Kreis Plön gab es im vergangenen November 161 Taten, im Vergleichsmonat des Vorjahres waren es 76. Besorgniserregend stellt sich die Lage auch im Bereich der Direktion Flensburg dar. „Im Dezember 2014 zählten die Beamten 76 Anzeigen, 2015 waren es 130, obwohl die Auswertung nicht den ganzen Monat erfasst“, sagte Matthias Glamann, Sprecher des Landespolizeiamtes. Alle Direktionen verzeichneten Anstiege gegenüber 2014. Dem versucht die Polizei mit einem verstärkten Personal- und Organisationsaufwand zu begegnen. Beispiel Kiel: „Bei täglichen Analysen mit einem Auswertetool der Bearbeitungssoftware Artus lokalisieren die Spezialisten Schwerpunkte im Stadtgebiet“, so Kiels Polizeisprecher Oliver Pohl. Täglich führen Streifenwagen und verdeckte Ermittler in den Brennpunktgegenden und kontrollierten verdächtige Personen.

 Diesem Aufwand ist es zu verdanken, dass am Freitag im Kieler Stadtteil Friedrichsort drei Albaner festgenommen werden konnten. Anhand des Diebesgutes, darunter gravierte Eheringe, wiesen die Ermittler ihnen mehrere Taten nach. Ein Beschuldigter war erst vor drei Wochen bei dem spektakulären Einsatz mit Hubschrauberunterstützung in Kiel vorläufig festgenommen worden. „Alle drei Tatverdächtige wurden am selben Abend einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß zufrieden. Das ist nicht die Regel: Vergangene Woche hatte die Flensburger Staatsanwaltschaft drei Albaner wegen fehlender Haftgründe laufen lassen. Sehr zum Unmut des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, der bei der derzeit hohen Belastung um die Motivation der Polizisten bangt und die Justiz am Limit sieht.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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Offener Brief an Albig
Foto: Zwar schließt die geflickte Terrassentür jetzt wieder, doch das Gefühl der Ohnmacht nach dem gescheiterten Einbruchsversuch ist bei Heike Schliesky in Dänischenhagen geblieben.

Ein Einbruchsversuch und ähnliche Vorfälle im Umkreis ließen Heike und ihren Mann Utz Schliesky (49) aus Dänischenhagen aktiv werden. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher“, offenbart die 44-Jährige nach einem gescheiterten Einstieg in ihr Haus am zweiten Weihnachtstag. Danach verfasste das Ehepaar einen offenen Brief an die Landesregierung.

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