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Mehr Schutz für Flüchtlingskinder gefordert

Unterkünfte Mehr Schutz für Flüchtlingskinder gefordert

Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein fordert vom Land einen besseren Schutz von Flüchtlingskindern vor sexuellem Missbrauch. Ein Drittel der in Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften untergebrachten Menschen seien Kinder – viele von ihnen traumatisiert oder hoch belastet durch die Fluchterfahrungen.

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Irene Johns vom Kinderschutzbund drängt auf präventive Maßnahmen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

KIEL. „Das macht sie ganz besonders verletzlich und damit umso schutzbedürftiger“, mahnte die Landesvorsitzende Irene Johns: „Wir dürfen auf keinen Fall wegsehen oder diese sensible Thematik verharmlosen.

In diesem Zusammenhang sieht es der Kinderschutzbund „kritisch“, dass in Flüchtlingseinrichtungen Helfer, Wachpersonal und auch Bewohner oftmals viel zu leichten Zugang zu Flüchtlingskindern hätten. Dies ermögliche es, zu den Kindern schnell eine Nähe aufzubauen. „Diese Nähe kann aber leicht ausgenutzt werden und schlimmstenfalls in sexueller Gewalt enden“, warnte die Landesvorsitzende. Deshalb müssten hier dringend geeignete präventive Maßnahmen ergriffen werden, um die Kinder vor möglichen Übergriffen zu schützen – „und zwar schnell“. Dafür seien gesetzliche Vorgaben zur Gewährleistung von Mindeststandards zum Schutz der geflüchteten Kinder vor sexuellen Übergriffen unumgänglich“, fordert Irene Johns. Der Kinderschutzbund verweist in diesem Zusammenhang auf Mindeststandards, die der unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, bereits im Sommer 2015 eindeutig benannt habe.

 Dazu gehörten zum Beispiel betreute Schutz- und Freizeiträume für Kinder, geschlechtergetrennte Sanitäranlagen, separate Unterbringung von Familien mit Kindern oder Informations- und Hilfsangebote in allen relevanten Sprachen sowie die Bereitstellung von Ansprechpersonen, Beschwerdestellen und eines Notfallplans vor Ort. Leider sei ein derartiger gesetzlicher Schutzstandard nicht in das Asylpaket II des Bundes aufgenommen worden. Aus Sicht von Irene Johns ist dies „ein schwerwiegendes Versäumnis gegenüber Kindern, die vor allem eins bei uns suchen: Schutz.“ Umso dringender seien verpflichtende Präventionsmaßnahmen, um in Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften sichere Orte schaffen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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