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Ministerin gesteht Fehler

Entflohene Gefangene Ministerin gesteht Fehler

Ein Strafgefangener der JVA Lübeck flüchtet bei einem Besuch bei Verwandten in Hamburg. Er habe eine Kommunikationspanne seiner Begleiter ausgenutzt, sagt die Justizministerin. Der Gefangene ist weiter auf der Flucht.

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Der Mann war wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden.

Quelle: Ulf Dahl (Symbolfoto)

Kiel. Von dem entflohenen Häftling aus dem Lübecker Gefängnis fehlt weiter jede Spur. Nach dem 65-Jährigen werde weiter gefahndet, sagte die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, am Mittwoch. Der wegen versuchten Mordes zu neun Jahren Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilte Mann war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Dienstag bei einem begleiteten Familienbesuch aus einer Wohnung in Hamburg entkommen.

Der Gefangene habe vermutlich eine Kommunikationspanne zwischen seinen beiden Begleitern zur Flucht genutzt, sagte Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) am Mittwoch in Kiel. „Nach eigenen, übereinstimmenden Angaben haben sie es in einer bestimmten Situation versäumt, sich über die konkrete Bewachung des Gefangenen abzustimmen“, erklärte die Ministerin.

Noch Fragen zum Ablauf der Ausführung

Es gebe noch offene Fragen zum genauen Ablauf der Ausführung, gab die Ministerin weiter an. „Die Begleiter des Strafgefangenen werden mir als erfahren und zuverlässig geschildert. In diesem Einzelfall haben sie aber einen Fehler gemacht.“

Der Regionalgruppenvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Thorsten Schwarzstock, sagte, den Begleitern sei kein Vorwurf zu machen. „Im vorliegenden Fall wurde seitens der Vollzugsanstalt von einer geringen Gefährdung ausgegangen. Deshalb wurde auf eine Fesselung verzichtet wurde und die Begleitung einem Vollzugsbeamten und einem externen Mitarbeiter der JVA Lübeck übertragen“, sagte Schwarzstock. Der Gesetzgeber habe durch die Regelung von verpflichtenden Ausführungen für Gefangene, die lange Haftstrafen verbüßen, bewusst das Risiko einer Flucht in Kauf genommen, kritisierte er. Das im Juli 2016 geänderte Landesstrafvollzugsgesetz schreibt für Gefangene, die fünf Jahre oder länger ununterbrochen in Haft sind, wenigsten zwei Ausführungen im Jahr vor.

Der 65-Jährige war am Dienstag bei einem Familienbesuch in Hamburg seinen Begleitern entkommen. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb ergebnislos. Der Mann war wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Das reguläre Strafende ist am 10. Februar 2021 erreicht. Im Anschluss daran ist eine Sicherungsverwahrung vorgesehen. Der Gefangene hatte nach Angaben der JVA seit September 2015 bereits fünf Mal unter Aufsicht das Gefängnis verlassen dürfen, ohne dass es zu Problemen gekommen war.

Von dpa

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