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Ministerium prüft Beförderung von Grundschullehrern

Fortbildung zu Sonderschulpädogen Ministerium prüft Beförderung von Grundschullehrern

Lehrkräfte an Grundschulen können auf eine Beförderung hoffen. Das Schulministerium bestätigte den Kieler Nachrichten, dass geprüft werde, ob man Grund- und Hauptschullehrern (A12) eine sonderpädagogische Fortbildung anbieten und sie danach wie Sonderschulkräfte (A13) bezahlen könne.

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Nach Fortbildung mehr Gehalt: Grundschullehrer sollen mehr inklusive Kompetenz erhalten.

Quelle: fotolia

Kiel. Für eine derartige Qualifizierung macht sich auch die Lehrergewerkschaft GEW stark.

„Es gibt Überlegungen, entsprechende Fortbildungen für Grund- und Hauptschullehrkräfte anzubieten“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Ein fertiges Konzept gebe es aber noch nicht. Damit ist offen, wie viele der 6600 Lehrkräfte an Grundschulen in den Genuss der Regelung kommen könnten. Sie müssen sich nach dem umstrittenen Lehrkräftebildungsgesetz bislang mit A12 (gut 3300 Euro brutto im Monat) begnügen, während ihre gleich ausgebildeten 2000 Kollegen an den Gemeinschaftsschulen Aussicht auf A13 (gut 3700 Euro) haben. Allein dieses Beförderungspaket dürfte in der Endstufe 30 Millionen Euro kosten.

 Mit der Ausweitung der Beförderungsaktion auf Grundschullehrer könnte das Ministerium zwei Probleme auf einen Schlag lösen. Die GEW und andere Gewerkschaften laufen nach wie vor Sturm gegen die Benachteiligung der Grundschulpädagogen. Außerdem mangelt es in Schleswig-Holstein an ausgebildeten Sonderschullehrern, die Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichten können. „Wir brauchen inklusive Kompetenz an allen Schulen“, heißt es vom Ministerium.

 Die GEW wird deutlicher. „Die Lücke an Sonderschullehrern wird immer größer“, beklagt die Landesvorsitzende Astrid Henke. Das Schulministerium habe jahrelang nicht gegengesteuert. „Trotz Warnungen ließ man junge Lehrkräfte nach Hamburg und Niedersachsen abwandern, weil man ihnen in Schleswig-Holstein nur befristete Angestelltenverträge anbot statt Beamtenstellen wie in den Nachbarländern.“ In Hamburgs Umland sei die Lage inzwischen geradezu dramatisch.

 Die GEW spricht sich daher für „Notmaßnahmen“ aus. „Natürlich kann eine Fortbildung kein vollständiges Studium ersetzen“, betont Henke. „Aber eine fundierte Weiterbildung über ein Jahr bei reduzierter Unterrichtsverpflichtung könnte ein wichtiger Beitrag sein, um die Lücke zu schließen.“ Und am Ende, auch darauf weist die GEW hin, würde sich die Fortbildung auch für die Lehrkräfte auszahlen, und zwar mit einer Beförderung.

 Sollte dieser Plan aufgehen, wäre Schleswig-Holstein das erste Bundesland, in dem Lehrer aller Schularten mittelfristig mindestens A13 verdienen könnten.

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Not macht erfinderisch. Und die Not ist groß im Bildungsministerium. Es ist nämlich schwer zu erklären, warum sich einzig und allein die Lehrkräfte an den Grundschulen mit einer niedrigeren Besoldungsstufe zufrieden geben sollen, während alle anderen Kollegen auf ein einheitliches Gehaltsniveau zusteuern.

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