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Sechseinhalb Jahre Haft für Kinderschänder

Prozess in Itzehoe Sechseinhalb Jahre Haft für Kinderschänder

Wegen sexuellen Missbrauchs seiner kleinen Tochter und seiner Nichte hat das Landgericht Itzehoe einen 36-Jährigen zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Schuldspruch erging am Dienstag für insgesamt 26 Fälle. Der Familienvater aus Brunsbüttel hatte gestanden, sich zwischen August 2012 und August 2013 an den damals fünf und sechs Jahre alten Kindern vergangen zu haben.

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Die sexuellen Übergriffe soll der Angeklagte gefilmt und die Videos ins Internet gestellt haben.

Quelle: dpa

Itzehoe/Brunsbüttel. Fotos und Videoaufnahmen der Verbrechen stellte er ins Internet. Ein Kinderporno-Fahnder entdeckte dort die Dateien.

Der Angeklagte hatte vor Gericht behauptet, er interessiere sich nicht für Kinderpornografie. Er sei von Bekannten mit Drohungen zu den Taten gezwungen worden. „Das glauben wir ihm nicht“, sagte die Staatsanwältin. Eine Sachverständige hatte bei dem Mann unter anderem eine pädophile Neigung diagnostiziert.

Experten fanden auf dem Computer des arbeitslosen Mannes weit mehr als 100 000 Bilder mit kinderpornografischen Inhalten sowie bis zu 200 entsprechende Videos. Die Dateien stammten zum Teil aus Tauschgeschäften mit anderen Pädophilen, sagte die Staatsanwältin.

Wann und aus welchen Gründen er aufgehört habe, sei nicht klar geworden. „Es gibt keine Erkenntnisse, ob er wirklich freiwillig aufgehört hat“, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Strafmildernd berücksichtigte die Kammer das „rückhaltlose“ Geständnis des Angeklagten, strafschärfend unter anderem das sehr junge Alter seiner beiden Opfer.

Seiner Gutachterin hatte der Angeklagte gesagt, er wünsche sich, später mit Kindern arbeiten zu können. Obwohl er nach Einschätzung der Expertin ohne entsprechende Therapie nach seiner Haftentlassung mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut straffällig wird, sei es dem Gericht aus gesetzlichen Gründen nicht möglich, die Unterbringung in eine psychiatrische Einrichtung anzuordnen, sagte die Richterin.

Die Staatsanwältin hatte siebeneinhalb Jahre Haft beantragt, die Verteidigung fünf Jahre für ausreichend gehalten. Der Angeklagte entschuldigte sich am Ende der Verhandlung bei seinen Opfern: „Es tut mir leid“, sagte er.

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