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Mit Flipper auf der Flensburger Förde tummeln

Mit Video Mit Flipper auf der Flensburger Förde tummeln

Einmal mit Delfinen surfen? Dafür muss niemand nach Florida reisen. Als Phil Schreyer und Valentin Böckler (beide 23) von den beiden Großen Tümmlern in der Flensburger Förde hörten, die dort ihre Runden drehen, kam ihnen die Idee, den Meeressäugern einen Besuch abzustatten. Der Empfang war herzlich.

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Mit Delfinen surfen auf der Flensburger Förde

Quelle: Phil Schreyer

Flensburg. „Wir sind Sonntag einfach mal auf Verdacht hingefahren“, erzählt der Kieler Fotograf Phil Schreyer. Das Delfin-Paar war zuvor immer wieder bis kurz vor den Flensburger Hafen geschwommen. Regelmäßig sichteten Flensburger die Tiere im Bereich des Ortsteils Sonwik, filmten und fotografierten die Meeressäuger. Auch Schreyer und Böckler wollten ihr Glück probieren und die schnellen Schwimmer vor die Kamera locken. Der Profi-Surfer Böckler ging dafür aufs Wasser, Schreyer hielt die ungewöhnliche Wassersport-Begegnung mit der Kamera fest. „Es dauerte ein paar Minuten und dann kamen sie auch schon an.“ Fast drei Stunden dauert der Ausflug mit den zutraulichen Tieren. „Irgendwann kam dann ein Taucher, den fanden die Delfine wohl irgendwie spannender.“

Etwas Besonderes sind die Delfine nicht nur für die beiden Freunde. Fotos und Videoaufnahmen von den Gästen in der heimischen Ostsee tauchen inzwischen immer häufiger auf. Nach Ansicht von Experten heißt das aber nicht, dass die Zahl von Delfinen und Schweinswalen, die sich zu uns verirrt haben, tatsächlich zunimmt. „Die Bevölkerung ist stärker sensibilisiert“, erklärt Alexander Liebschner vom Bundesamt für Naturschutz. Hinzu kommt, dass heutzutage niemand mehr eine Kameraausrüstung braucht, um ein einen Schnappschuss zu machen. Das kamerafähige Smartphone haben die meisten immer in der Tasche.

Liebschner ist Experte für Meeres- und Küstennaturschutz und beschäftigt sich seit Jahren mit den Beständen in der Ostsee. Die Delfine sind nach Angaben des Wissenschaftlers gar nicht so ungewöhnlich. „In der Nordsee kommen sie öfter vor. Die jetzt gesichteten Tiere haben sich vermutlich in die Ostsee verirrt und finden den Weg nicht wieder zurück.“ Bedroht seien die Tiere aber nicht. „Sie haben hier alles, was sie benötigen. Genug Fisch gibt es auch“, so Liebschner. Ob es sich bei dem Pärchen um die Tiere handelt, die bereits im Herbst vorigen Jahres und um den Jahreswechsel in der Lübecker Bucht gesichtet wurden, könne er allerdings noch nicht sagen.

Deutliche häufiger als Delfine sind Schweinswale vertreten. In der westlichen Ostsee können zwei Populationen angetroffen werden. Die größte Gruppe bilden die Beltsee-Schweinswale. Dänische Wissenschaftler haben 2012 bei einer Forschungsfahrt den Bestand von rund 18500 Tieren ermittelt. Diese Tiere sind in der Ostsee zwischen Kattegat und Fehmarn anzutreffen. Von Fehmarn bis hoch nach Finnland lebt die kleinere Art der Ostsee-Schweinswale. Von ihnen gibt es nach Schätzung des Bundesamtes etwa 950. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Die Population in der Beltsee blieb dagegen stabil.

Das Video stammt von Phil Schreyer und Valentin Böckler ( www.philschreyer.com, http://www.valentinboeckler.de/).

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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