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Haftbefehl nach Streit in Flüchtlingsheim

Mölln Haftbefehl nach Streit in Flüchtlingsheim

Eine blutige Auseinandersetzung in einer Flüchtlingsunterkunft in Mölln hat die Diskussion um die erkennungsdienstlichen Maßnahmen von Zuwanderern neu entfacht. Der Tatverdächtige war schon einmal straftätig worden und untergetaucht.

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Nach Angaben der Polizei Ratzeburg war am Donnerstagabend gegen 18 Uhr aus noch ungeklärter Ursache ein 20 Jahre alter Mann, der gebürtig aus dem Jemen stammt, mit einem 35 Jahre alten Mitbewohner in Streit geraten.

Quelle: Imke Schröder

Mölln/Kiel. Im aktuellen Fall konnte der Tatverdächtige zwar festgenommen werden. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich aber heraus, dass der 20-Jährige im vergangenen Jahr schon einmal wegen einer Straftat auffällig geworden, nach der Tat aber über Monate abgetaucht war. Zuletzt hatte er in Mölln erneut Schutz gesucht, den Behörden allerdings ein falsches Geburtsdatum mitgeteilt.

 Nach Angaben der Polizei Ratzeburg war am Donnerstagabend gegen 18 Uhr aus noch ungeklärter Ursache ein 20 Jahre alter Mann, der gebürtig aus dem Jemen stammt, mit einem 35 Jahre alten Mitbewohner in Streit geraten. „Der 20-Jährige bewarf den Mann aus dem Irak mit mehreren Steinen und schlug ihm mit einem faustgroßen Stein auf den Kopf“, berichtet Behördensprecher Holger Meier. Das Opfer habe eine Platzwunde am Kopf erlitten. Anschließend soll der Angreifer ein Küchenmesser geholt haben. „Ein 19-Jähriger aus Somalia bekam das mit und folgte dem 20-Jährigen, als sich dieser umdrehte und dem Mann mit dem Messer in die Hand stach“, so Meier. Anwohnern der Unterkunft gelang es, den 20-Jährigen zu überwältigen und in einem Zimmer einzuschließen. Die Polizei wurde alarmiert. Beamte konnten den Zuwanderer festnehmen. Nach Aussage der Behörden wurde der Mann „nach umfangreichen Ermittlungen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lübeck beim Amtsgericht Ratzeburg vorgeführt“. Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann wurde in die JVA nach Lübeck gebracht.

 Nach Informationen aus Justiz- und Polizeikreisen fanden die Ermittler heraus, dass der Mann bereits 2015 als Flüchtling dem Kreis Nordfriesland zugeteilt worden war. Dort habe es einen Vorfall wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes gegeben. Daraufhin sei der 20-Jährige verschwunden und erst im Mai 2016 „erneut als Flüchtling mit abweichenden Geburtsdaten“ beim Kreis Herzogtum Lauenburg aufgetaucht. Wo sich der Mann in der Zwischenzeit aufgehalten hat, ist unklar – ebenso wie die Frage, weshalb der Identitätsschwindel nicht schon früher erkannt worden ist.

 Karl-Hermann Rehr, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei (GdP), fühlt sich in seinen jüngsten Forderungen bestätigt: „Wir müssen von jedem Zuwanderer, der in Schleswig-Holstein Schutz sucht, ganz genau wissen, wer er ist.“ Der aktuelle Fall zeige deutlich, dass das bisherige System „Lücken aufweist, die dringend zu schließen sind.“ Die GdP und die Landes-CDU hatten im Zuge der Sicherheitsdiskussion nach der Welle der Gewalt in Süddeutschland gefordert, intensiver die Identitäten von Flüchtlingen zu kontrollieren.

 Grundsätzlich wird laut Innenministerium jeder registrierte Asylbewerber von den Sicherheitsbehörden überprüft. Wie viele unregistrierte Flüchtlinge sich in Schleswig-Holstein aufhalten, ist aber unklar. Die Gewerkschaft der Polizei spricht von einer „hohen Dunkelziffer“.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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