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Latif: Darum war der Tornado so heftig

Schwere Schäden in Hamburg Latif: Darum war der Tornado so heftig

Auch in Schleswig-Holstein könnte ein Tornado unter gewissen Umständen ähnliche massive Schäden anrichten wie in Hamburg, behauptet der Kieler Klimaforscher Mojib Latif. Die Extremwetterlage führt er auf den Klimawandel zurück.

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Ein Tornado hat sich am Dienstag über Hamburg gebildet und schwere Schäden verursacht.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Kiel. „Ob und wann das geschehen kann, ist zwar nicht vorhersehbar, aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht schon – vor allem bei schweren Gewittern“, sagt der renommierte Klimaforscher Prof. Mojib Latif am Geomar Helmholtz-Institut für Ozeanforschung auf Nachfrage. So habe es erst vor einigen Tagen im Raum Schleswig einige Tornados gegeben, wenn auch nicht mit so zerstörerischen Folgen wie in Hamburg.

Einstellen könnten sich auf solche Extremwetterlagen aber weder die Meteorologen noch die Bürger. Denn Tornados entstehen laut Latif spontan in so genannten kleinräumigen Gewitterzellen mit einem Durchmesser von wenigen hundert Metern, wenn aufgeheizte Luft plötzlich von einem Schwall Kaltluft erfasst wird und sich dann eine Windhose bilde.

Hier finden Sie Fotos von den Auswirkungen des Tornados.

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„Problematisch wird es wenn diese Windhose selbst nur wenige Minuten lang den Boden erreicht, dann kann sie so starke Schäden anrichten wie in Hamburg“. An der Ursache für die Häufung solcher Extremwetterlagen hat der Forscher keinen Zweifel: „Das hat eindeutig mit unserem Klimawandel zu tun, das predige ich nun schon seit mehr als 20 Jahren.“  

Nach dem schweren Unwetter in Hamburg hat die Feuerwehr am Mittwoch ihre Aufräumarbeiten fortgesetzt. Die Einsatzkräfte räumen in den betroffenen Stadtteilen im Nordosten vor allem umgeknickte Bäume und abgebrochene Äste fort, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwochmorgen. Der zwischenzeitlich verhängte Ausnahmezustand sei wieder aufgehoben worden.

250 Einsätze für die Feuerwehr Hamburg

Die Rettungskräfte waren seinen Angaben zufolge seit Dienstagabend zu mehr als 250 Einsätzen ausgerückt. Über 1000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Verletzte gab es nach Angaben des Sprechers trotz der Verwüstungen nicht. Die Unwetterbilanz: Dutzende Bäume stürzten um, bei etlichen Häusern wurden die Dächer abgedeckt, Keller liefen mit Wasser voll. Das stark beschädigte Dach eines neungeschossigen Hochhauses habe gerade noch vor dem Absturz gesichert werden können, berichtete der Sprecher. Ein Gesamtbild des entstandenen Schadens habe sich die Feuerwehr noch nicht machen können, ergänzte der Sprecher.

Historische Beispiele für Tornados und Naturkatastrophen

Infografik: Die größten Naturkatastrophen Deutschlands | Statista

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Hamburg
Foto: Über Hamburg war am Dienstag eine Windhose zu sehen. Sie sorgte für einen Ausnahmezustand in der Hansestadt.

Es ist eine Schneise der Zerstörung, die ein Tornado am Dienstagabend im Nordosten von Hamburg in nur wenigen Minuten schlägt. Von der Stärke der Naturgewalt zeugen entwurzelte Bäume, beschädigte Dächer und zertrümmerte Gartenhäuschen.

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