25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Mondfisch als Ostsee-Irrgast

Niendorf Mondfisch als Ostsee-Irrgast

Seit fast 40 Jahren arbeitet Frank Warnke in der Fischerei. Aber so ein Exemplar hat er noch nie im Netz gehabt. Als der Niendorfer Berufsfischer Freitagmorgen mit seinem Mitarbeiter Stefan Balck vor Scharbeutz die Stellnetze aus der zehn Meter tiefen Ostsee zieht, hängt darin ein Mondfisch.

Voriger Artikel
Delfine haben sich in die Ostsee verirrt
Nächster Artikel
Der große Unbekannte mit dem Bart

Fischer Frank Warnke präsentiert seinen ungewöhnlichen Fang, der ihm vor Haffkrug ins Netz ging: Der Mondfisch misst 80 Zentimeter von Flosse zu Flosse.

Quelle: Arnold Petersen

Niendorf. „Ich habe mich gewundert, dass so etwas überhaupt hierherkommt“, berichtet Warnke, nachdem er mit seinem Stellnetzboot „Pepe“ im Niendorfer Hafen festgemacht hat. Den eigentlich in gemäßigt tropischen Gewässern heimischen Fisch erkannte er aber sofort. Warnke erinnerte sich, dass diese Irrgäste vor drei Jahren Berufskollegen vor Rügen ins Netz gegangen waren.

 „Er war schon tot, sonst hätten wir ihn wieder über Bord springen lassen“, sagt der Fischer, der es eigentlich auf Dorsch und Plattfisch abgesehen hat. Stolz präsentiert er seinen seltenen Fang. Er misst 56 Zentimeter in der Länge und 40 Zentimeter in der Breite. Von Flosse zu Flosse sind es 80 Zentimeter. Zehn Kilogramm wiegt das Tier, das als schwerster Knochenfisch der Welt gilt. Der Hochseebewohner kann über drei Meter groß und tonnenschwer werden. „Für die Ostsee ist das eine stattliche Größe“, kommentiert Meeresbiologe Thorsten Walter den Fund Warnkes. Zwar sei es kein neues Phänomen, dass sich Mondfische in die Ostsee verirren, erklärt der Leiter der Ostseestation Travemünde. Er verweist darauf, dass schon im 19. Jahrhundert Mondfische vor Heiligenhafen oder in der Flensburger Förde nachgewiesen wurden.

 Aber „etwas Besonderes“ sei ein Mondfisch in der Lübecker Bucht allemal. Mit dem Klimawandel und der Erderwärmung habe das aber nichts zu tun. Walter tippt auf dieselbe Ursache, die auch die beiden Tümmler, die gerade in der Lübecker Bucht für Aufsehen sorgen, hierhergeführt hat: das Einströmen salzigen Nordseewassers in die Ostsee.

 Dass der Mondfisch bereits tot war, als ihn Warnke aus dem Wasser zog, passt für den Biologen ins Bild. „Mondfische gehen hier schnell zugrunde, sie kommen mit den Temperaturen nicht klar.“ Essbar ist der außergewöhnliche Fang übrigens nicht. Der Mondfisch sei mit den Kugelfischen verwandt und damit teilweise giftig, so Walter.

 Fischer Warnke will jetzt das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock informieren. „Wenn man den Fisch nicht verzehren kann, können sie ihn gern zu Forschungszwecken abholen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Tiere
Ein Delfin schwimmt in der Ostsee.

Zwei Delfine haben sich in die Ostsee verirrt und sorgen vor der deutschen Küste für ein ungewöhnliches Naturschauspiel. Fischereikontrolleure hatten am Dienstag bei Wismar die Meeressäuger auf einer Kontrollfahrt in der Wismarbucht gesehen und gefilmt.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3