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Das makabere Spiel mit dem Schrecken

Grusel-Clowns Das makabere Spiel mit dem Schrecken

In den Vereinigten Staaten und in Großbritannien hat die Polizei seit Jahren mit einem merkwürdigen Phänomen zu kämpfen, das jetzt auch in Deutschland für eine Menge Ärger sorgt: Kostümierte „Horror-Clowns“ verbreiten Angst und Schrecken, bedrohen und greifen ahnungslose Spaziergänger an.

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So sieht der gruselige Trend in den USA aus, jetzt kommt er offenbar auch im Norden an. Die Polizei warnt.

Quelle: Erik S. Lesser/dpa (Symbolbild)

Morsum/Sylt. In den Vereinigten Staaten und in Großbritannien hat die Polizei seit Jahren mit einem merkwürdigen Phänomen zu kämpfen, das jetzt auch in Deutschland für eine Menge Ärger sorgt: Kostümierte „Horror-Clowns“ verbreiten Angst und Schrecken, bedrohen und greifen ahnungslose Spaziergänger an. Nach dem ersten Fall in Schleswig-Holstein mahnt die Polizei nun eindringlich, auf derartige Scherze zu verzichten.

In Morsum auf Sylt hatten Zeugen am späten Donnerstagabend einen Unbekannten mit Clownsmaske und Baseballschläger beobachtet. Der Mann erschreckte und verfolgte Passanten. „Die Person soll auch an das Fenster eines Hauses geklopft und die Bewohnerin sehr erschreckt haben“, sagt Franziska Jurga von der Polizeidirektion Flensburg. Als Beamte des Sylter Reviers vor Ort eintrafen, war der Clown bereits verschwunden.

Nicht überall enden die Attacken von Grusel-Clowns glimpflich: In Rostock attackierte ein kostümierter Unbekannter mit einem Baseballschläger einen 19-Jährigen und verletzte den Spaziergänger. In Gelsenkirchen erlitt ein 33-Jähriger nach einem „Clown“-Angriff mit einem Messer eine Schnittwunde. In Wesel erschreckte ein Maskierter eine Frau mit einer Kettensäge. In Greifswald wartete eine junge Frau am frühen Morgen an einer Bushaltestelle, als ein Unbekannter mit Clown-Maske und einem Meser aus einem Gebüsch trat und auf sein Opfer zuging. Die Frau flüchtete, erlitt einen Schock.

Bundesweit häufen sich in diesen Tagen die Polizeimeldungen über vermeintlich gruselige Scherze. Nach Einschätzung des Kriminalpsychologen Jens Hoffmann könnte die Zahl der Übergriffe gewalttätiger Grusel-Clowns in den nächsten Wochen weiter steigen. „Das Erschrecken hat eine lange Tradition, besonders zu Halloween. Das hat sich nun verselbstständigt, da gibt es einen großen Nachahmungseffekt“, sagt der Leiter des Instituts Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt. In den USA sind die Horror-Clowns bereits seit zwei Jahren unterwegs. Dort ist das Image der Figur negativ belegt. Videos von makabren Streichen tauchen immer öfter auch im Internet auf. „Für viele ist das ein Spaß, einige wenige scheinen aber eine sadistische Motivation zu haben, wenn man sich die Aggressivität einiger Taten anschaut“, berichtet Hoffmann.

Bei der Landespolizei hält man von den Grusel-Aktionen überhaupt nichts: „Auch wenn die Clown-Aktionen nur als Spaß gemeint sein sollten, kann dieser ,Spaß’ schnell nach hinten losgehen“, mahnt Torge Stelk vom Landespolizeiamt in Kiel. Unter Umständen könnten Erschreckte auch handgreiflich werden. In Essen beispielsweise griff ein Clown-Opfer kurzerhand zum Pfefferspray, um den Verfolger von sich fernzuhalten. „Wenn ahnungslose Passanten in Furcht flüchten und sich dabei verletzen, kann das schnell strafrechtliche Konsequenzen haben“, sagt Franziska Jurga von der Polizei Flensburg. Von einem schmalen Grat spricht auch Sönke Hinrichs von der Polizeidirektion Neumünster: „Gerade wenn es um ältere Menschen geht, können sich diese schlimmstenfalls derart erschrecken, dass sie einen Herzinfarkt erleiden – schon von daher sollte von diesen Clown-Aktionen dringend Abstand genommen werden.“

In Neumünster haben die Beamten noch mit einem anderen Horror-Clown-Phänomen zu kämpfen. Bei Facebook kursiert eine angebliche Bekanntmachung der Polizei, in der von Einsätzen im Stadtgebiet nach Clown-Angriffen die Rede ist (wir berichteten). „Eine Falschmeldung“, sagt Hinrichs. Doch auch in Kiel kursiert das Gerücht, dass es an der Uni einen Großeinsatz der Polizei wegen eines bewaffneten Maskierten gegeben haben soll. „Stimmt nicht“, sagt Maike Saggau von der Polizei.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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