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Wer hat Santa Claus erfunden?

Museum in Husum Wer hat Santa Claus erfunden?

Ein Museum in Husum zeigt, woher der Weihnachtsmann kommt: Wie aus dem ursprünglich strengen, alten Mann mit schlanker Silhouette der fröhliche, beleibte und ganz in Rot gekleidete Liebling der Kinder und Erwachsenen wurde.

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Die Sammlerin und Unternehmerin Alix Paulsen zeigt Weihnachtsmann-Figuren in ihrem Museum «Weihnachtshaus» in Husum.

Quelle: Wolfgang Runge/dpa

Husum. Mit seinem dickem Bauch, der lustigen roten Mütze und dem tiefen „ho, ho ho“ ist er ein internationaler Superstar: Der Weihnachtsmann, der in Amerika Santa Claus heißt, hat heute in vielen Teilen der Welt Bedeutung — und er ist eine große Werbeikone. Seinen Ursprung hat der freundliche Geschenke-Verteiler in den heidnischen und christlichen Legenden des Heiligen Nikolaus. Dieser lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in der antiken Stadt Myra, dem heutigen Demre in der türkischen Provinz Antalya. Im weit entfernten Husum kann man derzeit die „Wahrheit“ über den Weihnachtsmann erfahren. Die Sammlerin und Unternehmerin Alix Paulsen zeigt in ihrem Museum „Weihnachtshaus“, woher der fröhliche Dicke mit dem roten Outfit kommt.

Die Figur des Heiligen Nikolaus ist eine Verschmelzung von zwei historischen und mildtätigen Geistlichen: Dem Abt Nikolaus von Sion und dem Bischof Nicolaus von Myra. Wegen seiner Freigiebigkeit entwickelte sich Nikolaus rasch zu einem der beliebtesten Heiligen der Welt: Seeleute, Metzger und auch Diebe wählten ihn zu ihrem Schutzpatron. Bereits im 13. Jahrhundert steckte der Heilige Nikolaus den Jungen in der Nacht zum 6. Dezember — seinem Namenstag - Geschenke in die Schuhe. Die Mädchen bekamen ihre Gaben am 12. Dezember, dem Tag der heiligen Lucia. Ab dem 17. Jahrhundert kam der Nikolaus persönlich. Bekleidet war er mit einem reich bestickten Mantel, einem hohen, spitzen Hut, und einem Hirtenstock. Er war Richter über die Kinder, belohnte gute Taten mit Geschenken und bestrafte böse mit seiner Rute.

Martin Luther hatte schon zuvor im Zuge der Reformation die Heiligenverehrung verboten. Er nahm dem Nikolaus seine Funktion als Geschenke-Verteiler und „erfand“ das Christkind — „eine protestantische Kunstfigur“, sagte Paulsen. „Interessanterweise ist es im protestantischen Bereich nicht so stark verankert als Symbolfigur — im Gegensatz zum katholischen Bereich. Dort beschert das Christkind.“

Den Geschenktermin verlegte Luther auf den 24. Dezember. Der Heiligabend gelte jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert flächendeckend in Deutschland als eigentlicher Geschenketag, weiß Alix Paulsen: Das war die „Geburtsstunde“ des Weihnachtsmanns. „Die Figur legt die Mitra und den Bischofstab ab, und eine Kutte mit Kapuze wurde seine Arbeitskleidung.“ Die war anfangs noch traditionell in blau-, braun- und grün Tönen gehalten.

1863 bekam der Weihnachtsmann erstmals einen roten Mantel: Der deutsche Auswanderer Thomas Nast wählte die leuchtende Farbe in den USA für einen Santa Claus, den er für das Magazin Harper's Weekly gezeichnet hatte. Seine heutige Erscheinung mit dickem Bauch und lustiger roter Mütze bekam er erst rund 70 Jahre später. „Der Grafiker und Cartoonist Haddon Sundblom griff dieses leuchtende Rot auf, als er 1931 einen Weihnachtsmann für eine Werbekampagne von Coca-Cola gestaltete“, erzählte die Museums-Chefin.

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