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Freier Zugang zu den Schätzen

Museumscard Freier Zugang zu den Schätzen

Ab Freitag haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einer Museumscard bis zum 1. November wieder freien Eintritt in viele Museen des Nordens.

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Feierstunde (v. li) : Anke Spoorendonk (Kulturministerin), Doris Tillmann (Stadtmuseum), Anna-Gesa Busch (Landesjugendring), Mareike Kahlcke (Sparkassenverband), Jörn Henning Wolf (Museumsverband) und Verena Winter (Landesjugendring).

Quelle: Frank Peter

Kiel. Aus Sicht der Initiatoren ist die vor genau zehn Jahren erstmals eingeführte kostenlose Museumscard ein echtes Erfolgsmodell – vor allem was die Zahl der beteiligten Museen angeht. 2006 waren es nur 16, in diesem Jahr sind es bereits 91. Damit bietet sich Kindern und Jugendlichen Museumskultur im Land von „A“ wie Altfriesisches Haus (Keitum/Sylt) bis „Z“ wie Zeittor-Museum (Neustadt/Holstein). Finanziert wird das Bildungsprojekt vom Kulturministerium des Landes sowie den schleswig-holsteinischen Sparkassen mit 40000 Euro pro Jahr.

Zu weiteren Förderern zählen der Museumsverband Schleswig-Holstein/Hamburg sowie die Nahverkehrsunternehmen des Landes. Sie ermöglichen es, dass die Museumscard in den Herbstferien am 20. und 27. Oktober auch als Freifahrkarte im SH-Tarif in allen Bussen und Bahnen im Nahverkehrsverbund Nah-SH gilt, um an diesen freien Tagen eines der beteiligten Museen besuchen zu können.

Aus Sicht von Kulturministerin Anke Spoorendonk biete das „Erfolgsmodell“ mit in diesem Jahr ausgegebenen rund 100000 gedruckten Museumscards auf einer besonders niedrigschwelligen Ebene viele Möglichkeiten, die Schätze der Museen zu entdecken. „Die tolle Entwicklung des Angebots ist eine Bestätigung dafür, dass dessen Einführung vor zehn Jahren richtig war. Deshalb bleiben wir auch künftig dabei.“

Das am Donnerstag im Kieler Schifffahrtsmuseum gefeierte kleine Jubiläum bot auch Anlass zur Ehrung von Museen, die sich seit zehn Jahren ohne Unterbrechung an dem Bildungsprojekt beteiligen. Zu diesen Museen der ersten Stunde zählen unter anderem die Kieler Kunsthalle, das Stadtmuseum Warleberger Hof, das Schifffahrtsmuseum (beide Kiel), das Jüdische Museum (Rendsburg), das Museum Eckernförde sowie das Museum des Kreises Plön. Deren Vertretern überreichte Spoorendonk eine Urkunde mit Würdigung des Engagements für die Museumscard.

Aus Sicht von Doris Tillmann, Kieler Museumsdirektorin (Warleberger Hof/Schifffahrtsmuseum), kann die Museumscard aber nur ein erster Schritt sein. „Denn das Angebot der Museen muss für Kinder und Jugendliche auch erlebbar sein. Solche altersgerechte Angebote sind aber längst nicht immer gegeben.“ Im Schifffahrtsmuseum sei deshalb gerade erst eine kleine Ausstellung für Kinder eingerichtet worden, flankiert von Fragespielen oder Verkleidungsmöglichkeiten.

Der Vorsitzende des Museumsverbandes Schleswig-Holstein/Hamburg, Prof. Jörn Henning Wolf, hielt die Museumscard zwar grundsätzlich für „sinnvoll“, um damit früh eine möglichst lebenslange Begeisterung für Museen zu wecken. Allerdings gab er am Rande der Veranstaltung gegenüber dieser Zeitung auch kritische Anmerkungen zu Protokoll.

So fehlt nach Einschätzung des Medizin-Historikers zum Beispiel eine Antwort auf die Frage, wie viele Inhaber einer Museumscard diese überhaupt für einen Museumsbesuch nutzen. „Wenn man das wissen möchte, würden wir uns als Verband für diese Aufgabe zur Verfügung stellen.“

Nachholbedarf sieht der Begründer der Kieler Medizin- und pharmaziehistorischen Sammlung bei den Museen des Landes auch angesichts des digitalen Wandels. Zum Beispiel durch die attraktive Präsentation besonderer Exponate im Netz: „Ist damit erst einmal Neugierde geweckt, lassen sich damit auch Besucher in die Museen locken. “

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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