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NOlympia fordert Bewerbungsverzicht 2024

Hamburg NOlympia fordert Bewerbungsverzicht 2024

Die Kritik aus dem Landesrechnungshof an einer Bewerbung Hamburgs für Olympische Spiele hat Olympiagegnern neuen Schwung gegeben. Da weiter weder ein tragbares Konzept noch ein Finanzierungsplan vorlägen, solle die Stadt Mitte September auf eine Bewerbung verzichten, so die Initiative NOlympia.

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 NOlympia-Aktivistin Nicole Vrenegor in Hamburg auf einer Pressekonferenz der Olympia-Gegner "NOlympia": Das Bündnis ist gegen Olympische Spiele in der Hansestadt.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. Die Olympiagegner der Initiative NOlympia Hamburg haben angesichts der kritischen Stimmen aus dem Landesrechnungshof den Verzicht auf eine Bewerbung für die Sommerspiele 2024 verlangt. „Der Hamburger Senat hat weder ein tragbares Konzept für Olympische Spiele noch einen Finanzierungsplan und er wird weiter bis zum Referendum schimmernde Olympia-Simulationen zeigen, um das Volk bei Laune zu halten““, sagte die NOlympia-Aktivistin Nicole Vrenegor am Mittwoch. Die Simulationen hätten jedoch „nichts, aber rein gar nichts“ mit der Realität zu tun. „Der Senat verwechselt PR mit fundierter Informationspolitik.“

Im Entwurf einer Stellungnahme zu Olympia hatte der Rechnungshof erhebliche Haushaltsrisiken ausgemacht und wie die Olympia-Gegner bemängelt, dass bislang keinerlei Daten etwa über die erwarteten Kosten vorliegen. Auch sei mangels Informationen das für den 29. November angesetzte Olympia-Referendum zu früh terminiert.

Host-City-Vertrag soll Mitte September vorliegen

Die Stadt hat inzwischen für die zweite Septemberhälfte Zahlen angekündigt. Am Donnerstag befasst sich der Sportausschuss der Bürgerschaft mit dem Sportstättenkonzept, am Freitag will sich der Innenausschuss mit dem Thema Sicherheit bei Olympischen Spielen beschäftigen. Mitte September muss die Stadt dann ihr Interesse an einer Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee kundtun. Dann soll auch der sogenannte Host-City-Vertrag des IOC mit der Stadt vorliegen.

Aus Sicht der Olympia-Gegner könnte sich die Bürgerschaft weitere Diskussionen in den Ausschüssen sparen. So bezweifelt NOlympia-Aktivist Michael Rothschuh, dass Hamburg überhaupt in der Lage sei, schon 2024 Olympische Spiele auszutragen. Bislang gebe es offiziell weder eine Machbarkeitsstudie noch einen Zeitplan für die Umsetzung. So seien etwa allein für die einst angedachte Verlagerung der Universität auf den kleinen Grasbrook mehr als zehn Jahre veranschlagt worden. Olympia dagegen solle nun deutlich schneller gehen. Das könne nicht funktionieren, sagte Rothschuh. Er habe deshalb den Verdacht, dass der Senat statt für 2024 tatsächlich schon für Olympia 2028 plane. „So aber kann und darf man Hamburger nicht hinters Licht führen“, kritisierte Rothschuh mit Blick auf das Referendum für 2024.

Schlüssel zur Stadt liege beim IOC

„Mit der Olympiabewerbung gibt Hamburg die Schlüssel für die Stadt an das IOC ab“, warnte NOlympia-Aktivist Florian Kasiske. Auch wenn der Host-City-Vertrag noch nicht vorliege, werde schon in der Olympischen Charta – quasi dem Grundgesetz des IOC – deutlich, wohin die Reise gehen werde. Denn danach müsse jede Ausrichterstadt sämtliche Regelungen und Vorgaben der IOC-Exekutivkommission befolgen. Gleichzeitig übernehme das IOC keinerlei finanzielle Haftung, behalte sich selbst aber Schadenersatzforderung vor, sollte das IOC die Spiele etwa wegen des Nichtbefolgens von Weisungen der Stadt wieder entziehen. Schadenersatzforderungen seitens der Stadt dagegen sind laut Charta dann ausgeschlossen.

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