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B76-Sicherheit: Leser haben viele Ideen

Nach Motorradunfall B76-Sicherheit: Leser haben viele Ideen

Der Artikel zu den tragischen Unfällen auf einem Teilstück der B 76 zwischen Gettorf und Eckernförde hat eine breite Debatte zum Thema Sicherheit auf dieser Strecke ausgelöst. Tenor der Zuschriften: An der Verkehrsführung muss sich dringend etwas ändern, um nicht weiter Menschenleben aufs Spiel zu setzen.

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Unfallschwerpunkt B76 bei Gettorf in Höhe des Achskamp 2.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Aus Sicht eines Lesers, der seinen Namen nicht öffentlich preisgeben möchte, bleibt zur Entschärfung der Situation nur eine große Lösung: der vierspurige Ausbau des Straßenabschnitts mit baulicher Trennung durch Leitplanken, Beschleunigungsstreifen an allen Auffahrten sowie Parallelstrecken (Feldwege) zu den Höfen. Die Kosten dafür seien jedoch gerechtfertigt, wenn dadurch Menschenleben gerettet werden könnten.

Eine „große Lösung“ ganz anderer Art schlägt Klaus Juschkat vor: die Aufhebung der direkten Hofzufahrten sowie die Sperrung der Ein- und Ausfahrten der Wirtschaftswege zur Vermeidung von Linksabbiegeverkehr. Die Zu- und Abfahrt der Höfe könnte vom bestehenden Anschlusspunkt Schnellmark erfolgen. Die Nutzung der dann durchgehenden Plattenwege bringe zudem Vorteile für Landwirtschaft und Radfahrer.

Bauliche Veränderungen sind nötig

Bauliche Veränderungen hält auch Sven Zigelski für nötig. Zum Beispiel könnten an gefahrenträchtigen Hofeinfahrten Kreisel installiert werden, die jedoch auch für Rückstaus sorgen würden. Deshalb seien an solchen Stellen Linksabbiegerspuren inklusive Überholverbot und Tempolimit noch zielführender. Die Einrichtung eines „gar nicht so teuren“ Kreisverkehrs an Linksabbiegestellen zu den Höfen hält auch ein „besorgter und schockierter Leser“ für den „einfachsten Weg“ zu mehr Sicherheit.

Lars Rieche, der am vergangenen Sonntag als Ersthelfer an der Unfallstelle vor Ort war, schlägt den Bau einer Mittelleitplanke vor, die das Überholen unmöglich mache. An den Ein- und Ausfahrten zu den Anliegergebäuden könnte die Leitplanke mit Abbiegespuren unterbrochen werden. Einen ähnlichen Vorschlag hat auch Joachim Mahn: einen erhöht angelegten schmalen Mittelstreifen, der Überholmanöver verhindert.

Arne Peters hielt den Ausbau der Strecke durch eine Kriechspur zumindest an einigen Teilstücken der Straße für Lkw oder Landwirtschaftsfahrzeuge für sinnvoll, um gefährliche Überholmanöver zu vermeiden. Auf der B 404 sei dies bereits teilweise umgesetzt worden.

Geschwindigkeitsbegrenzung am Unfallschwerpunkt

Für Dr. Ralf Tillinski, Regina Pilz oder Andre Wormuth wäre allein durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70, stationäre Blitzanlagen („Starenkästen“) sowie Schilder mit der Aufschrift „Unfallschwerpunkt“ oder abschreckenden Plakaten wie an den Autobahnen schon viel zur Steigerung der Verkehrssicherheit an diesem Straßenabschnitt erreicht.

Helmut Hälmer sowie Dr. Volker Storcks verweisen in ihren Zuschriften auf den Umstand, dass die Schuldfrage bei dem Unfall am vergangenen Sonntag, bei dem der Motorradfahrer und seine Begleiterin ums Leben kamen, noch nicht geklärt ist. Für Storcks steht fest, dass es an dieser Stelle kein Überholverbot gab und der Überholende Vorfahrt habe, insbesondere gegenüber langsam fahrenden Maschinen.

Anita Lehnert, selbst Motorradfahrerin, fehlt in Schleswig-Holstein eine „verkehrsfreie Strecke wie der Nürburgring, wo man auch mal Gas geben kann und darf.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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B 76
Foto: Landwirt Hans-Joachim Dibbern zählte „mindestens 50 Tote“ an dieser Strecke seit 1961.

Zwölf Unfälle in drei Jahren, 19 Verletzte, vier Tote, zwei Menschen starben am Sonntag auf der B 76 zwischen Gettorf Nord und Neudorf-Bornstein: So lautet die Polizeibilanz zu einer Strecke, die kaum einen Kilometer lang ist. Landwirt Hans-Joachim Dibbern zählte „mindestens 50 Tote“ an dieser Strecke seit 1961. Er sagt: „So kann es nicht weitergehen.“

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