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Jetzt ermittelt die Landespolizei

Übergriffe auf Frauen Jetzt ermittelt die Landespolizei

Zwei Wochen nach den Silvester-Übergriffen in Köln und Hamburg ermittelt nun auch die Polizei in Schleswig-Holstein gleich in mehreren Fällen von sexueller Gewalt und sucht offensiv nach Zeugen und Geschädigten. Das Landeskriminalamt kämpft aber auch gegen gezielte Gerüchte

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Die Landespolizei fahndet mit Nachdruck nach den möglichen Tätern.

Quelle: Paul Zinken/dpa

Kiel. Fünf Flüchtlinge aus Syrien und Ägypten sollen am Wochenende eine junge Frau in einem Kieler Veranstaltungszentrum „unsittlich berührt“ haben. Zeugen hatten die Polizei alarmiert, die die Verdächtigen kurze Zeit später stellten. Nach den Worten von Polizei-Sprecher Matthias Arends handelt es sich um Flüchtlinge aus zwei städtischen Einrichtungen. Die Ermittler suchen nach möglichen weiteren Opfern und Zeugen der sexuellen Nötigung. Ein zweiter Vorfall ereignete sich am Kieler Hauptbahnhof: Eine 18-jährige Schülerin hat am Sonntag Strafanzeige gegen einen vermutlich aus Marokko stammenden Mann gestellt, der die junge Frau an der Bushaltestelle bedrängt haben soll.

Hinweise aus der Bevölkerung versprechen sich die Ermittler auch nach der sexuellen Belästigung einer 18-Jährigen in Flensburg. In der Silvesternacht sollen sechs junge Männer an der Hafenspitze die junge Frau „festgehalten, geküsst und unsittlich berührt haben“, teilte die Polizei mit. Alle Täter hätten ein „ausländisches Aussehen“ gehabt. Erst am Freitag habe die Geschädigte sich bei den Fahndern gemeldet. Ein weiterer Vorfall ereignete sich am vergangenen Sonnabend ebenfalls in Flensburg. Eine Gruppe von fünf Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren soll in der Badeanstalt von Jugendlichen sexuell bedrängt worden sein. „Geschädigte und Zeugen meldeten die Vorfälle dem Bademeister, der umgehend die Polizei informierte“, sagte ein Polizei-Sprecher. Nach seinen Worten handelt es sich bei den Tatverdächtigen um afghanische Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren.

40 Sexualstraftaten mit „Flüchtlingsrelevanz“ registrierte das Landeskriminalamt zwischen dem 1. September 2015 und dem 15. Januar 2016. Zum Vergleich: 2014 zählte die Polizei insgesamt 1601 Sexualstraftaten. Eine Statistik für 2015 liegt noch nicht vor.

Erschwert wird die Arbeit der Polizei durch frei erfundene Geschichten über angebliche Straftaten von Flüchtlingen, die sich hartnäckig in der Welt halten. So musste die Berliner Polizei den Missbrauch einer 13-Jährigen dementieren. In Kiel wird seit vergangener Woche ein Gerücht weitergetragen, wonach es in der Erstaufnahmeeinrichtung auf den Nordmarksportfeld zu einer Massenvergewaltigung gekommen sei. Solche Falschmeldungen würden mit System gestreut, „um Unruhe in der Bevölkerung zu stiften“, erklärte Uwe Keller vom Landeskriminalamt und kündigte an, dass die Polizei konsequent gegen die Urheber von Gerüchten vorgehen werde.

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Bodo Stade zu Gerüchten

Es wäre zu schön gewesen, wenn der Schrecken der Silvesternacht möglichst weit von uns entfernt geblieben wäre. Doch die Wahrheit ist eine andere: Sexuelle Gewalt macht nicht an Landesgrenzen halt. Auch in Kiel und Flensburg ist es offenbar zu Übergriffen auf Frauen gekommen, die durch nichts zu entschuldigen sind.

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