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75 Hinweise zu vermisstem Lars aus Marne

Nach ZDF-Sendung 75 Hinweise zu vermisstem Lars aus Marne

Die Hoffnung auf ein sofortiges Lebenszeichen des 2014 in Bulgarien verschwundenen Lars Mittank aus Marne hat sich nicht erfüllt. Nach einer ZDF-Sondersendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ erhielt die Polizei aber 75 Hinweise, die noch geprüft werden müssen.

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Sabine Mittank sagte am Mittwochabend, sie sei überzeugt, dass ihr Sohn lebt, aber möglicherweise unter Gedächtnisschwund wegen des benutzten Medikaments leiden könnte und in Bulgarien umherirre.

Quelle: Carsten Rehder/dpa (Archiv)

Itzehoe/Marne. Lars Mittank aus Marne (Kreis Dithmarschen) bleibt verschwunden:. Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst Spezial — Wo ist mein Kind?“ am Mittwochabend gingen aber 75 Hinweise zum Fall des 2014 zuletzt in Bulgarien gesehenen Dithmarschers ein. „Eine abschließende Bewertung der Hinweise steht aber noch aus“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Itzehoe am Donnerstag. Moderator Rudi Cerne sprach von einem der mysteriösesten Fälle, die in einer der Spezial-Sendungen bisher gelöst werden sollten. Mehr als fünf Millionen Menschen sahen die Live-Sendung über mehrere Vermisstenfälle.

Im Juli 2014 — während der Fußball WM — hatte der damals 28-jährige Lars mit Freunden einen einwöchigen Urlaub am bulgarischen Goldstrand am Schwarzen Meer gemacht. Nachts wurde er, wie er seinen Freunden erzählte, von einem Bulgaren oder Russen angeblich im Auftrag von bayerischen Fußballfans geschlagen. Ein Arzt stellte einen Riss des Trommelfells fest. Die Freunde reisten nach Rücksprache mit Lars am Urlaubsende ohne ihn zurück nach Deutschland. Er suchte derweil ein bulgarisches Krankenhaus auf, wollte sich aber dort nicht operieren lassen. Ein Arzt verschrieb ihm ein Antibiotikum.

Weil er nicht im Krankenhaus blieb, nahm Lars nachts ein Hotel. In Telefonaten mit seiner Mutter Sabine sagte er, etwas stimme nicht mit dem Hotel. Er machte den Eindruck, verfolgt zu werden und verließ nachts das Hotel. Lars habe gesagt, er könne nicht fliegen, sie lassen mich aber auch nicht reisen. Leider habe sie wegen des geringen Akkus des Handys ihres Sohnes nicht nachgefragt, was er damit meine.

Mit einem Taxi fuhr Lars frühmorgens zum Flughafen, wo seine Mutter von Deutschland aus ein Rückflugticket bereits bestellt hatte. Lars suchte den Flughafenarzt auf, rannte aber plötzlich weg und aus dem Flughafen heraus — seitdem ist er verschwunden. Der Flughafenarzt in Varna erinnerte sich in der ZDF-Sendung, dass Lars einen verstörten, gehetzten Eindruck gemacht hatte. Seit dem Fortlaufen, das Videokameras des Flughafens aufzeichneten, ist Lars verschwunden.

Sabine Mittank sagte am Mittwochabend, sie sei überzeugt, dass ihr Sohn lebt, aber möglicherweise unter Gedächtnisschwund wegen des benutzten Medikaments leiden könnte und in Bulgarien umherirre. „Mein Gefühl sagt mir, dass etwas nicht mit dem Medikament gestimmt hat.“ Eine bulgarische Ärztin sagte in der Sendung, dass das Medikament in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben könne.

Einer Sprecherin der ZDF-Sendung zufolge haben sich unter anderem Ärzte gemeldet und ebenfalls Angaben zu dem Medikament gemacht, das Lars in Bulgarien verschrieben bekommen hatte.

Kriminalkommissar Marco Klein aus Itzehoe rief Zeugen auf, die Lars Mittank noch nach dem fluchtartigen Verlassen des Flughafens im Juli 2014 gesehen haben, sich zu melden. Dabei setzt die Kripo stark auf deutsche Urlauber. Klein hoffte auch, dass sich ein Deutscher, der Lars noch bei einer Geldtransaktion geholfen hatte, jetzt meldet und sich so vielleicht neue Erkenntnisse ergeben könnten.

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa

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