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So läuft das Kindergeld weiter

Nach der Schule So läuft das Kindergeld weiter

Tausende Schulabgänger in Norddeutschland beginnen in den kommenden Monaten eine Berufsausbildung oder ein Studium. Viele melden sich dazwischen arbeitslos, um weiter Kindergeld zu bekommen. Doch dafür ist der Gang zur Arbeitsagentur dafür nicht nötig. Für die Rente macht er aber Sinn.

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Eine kurze Meldung genügt: Per Anruf bei der Agentur für Arbeit kann sich jeder Schulabgänger arbeitssuchend melden.

Quelle: dpa

Kiel. Das Gerücht hält sich hartnäckig: Wer zwischen Schulabschluss und der Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung weiter Kindergeld beziehen will, muss sich arbeitslos melden. Doch heute ist das nicht mehr notwendig – zumindest nicht für diesen Zweck.

"Der Übergang von der Schule in den Beruf beinhaltet viele Veränderungen in den persönlichen Verhältnissen. Wer nach dem Abschluss der allgemeinbildenden Schule innerhalb von vier Monaten mit einer Berufsausbildung startet, muss sich nicht in den regionalen Arbeitsagenturen arbeitslos melden, um weiterhin Kindergeld zu erhalten", erläutert Knut Böhrnsen, Pressesprecher der Familienkasse Nord. "Die Eltern müssen der Familienkasse Nord schriftlich diese Veränderung mitteilen, idealerweise mit einer Kopie des Ausbildungsvertrages, sofern dieser schon vorliegt." Gleiches gilt auch für Schulabgänger, die ein Hochschulstudium oder den Freiwilligendienst absolvieren werden, zur Bundeswehr gehen oder eine berufsbildende Schule besuchen wollen. Eine Arbeitslosmeldung ist nicht notwendig, wohl aber eine Meldung an die Familienkasse.

Doch es gibt einen Grund für die Meldung

Allerdings: Für die spätere Rente ist eine Arbeitslosenmeldung durchaus sinnvoll. Denn da zählt jeder Monat. "Schulabgänger, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sollten sich nach Ende der Schulausbildung bei der Agentur für Arbeit melden. Dann kann die Zeit der Ausbildungsplatzsuche bei der Rente angerechnet werden", sagt Jörg Wussow, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Nord in Lübeck. Selbst wenn man keinen Anspruch auf Geld von der Agentur für Arbeit hat, kann die Zeit der Ausbildungsplatzsuche als so genannte Anrechnungszeit in der Rentenversicherung berücksichtigt werden. Dafür müssen die Schulabgänger zwischen 17 und 25 Jahre alt sein und sich bei der Agentur für Arbeit als ausbildungssuchend melden. "Dazu genügt ein Anruf, ein persönliches Erscheinen ist nur notwendig, wenn man Leistungen von der Agentur in Anspruch nehmen will", sagt Thomas Bohse von der Arbeitsagentur Kiel.

Kostenlose Hotlines: Familienkasse Tel. 0800 4 5555 30, Arbeitsagentur Tel. 0800 4 5555 00

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Das Kindergeld wird erhöht.

Das Kindergeld wird rückwirkend zum Januar 2015 um vier Euro angehoben. Damit erhöht sich der Betrag für das erste und zweite Kind von 184 auf 188 Euro, für das dritte Kind von 190 auf 194 Euro und für jedes weitere Kind von 215 auf 219 Euro pro Monat.

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