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Ansteckende Blutarmut nachgewiesen

Pferd im Kreis Pinneberg Ansteckende Blutarmut nachgewiesen

Erstmals ist am Montag, 24.7., in Schleswig–Holstein der Ausbruch der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer in einer Pferdehaltung im Kreis Pinneberg amtlich festgestellt worden. Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Das betroffene Pferd muss eingeschläfert werden.

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Das infizierte Pferd wird gemäß der Rechtsvorschrift „Verordnung zum Schutz gegen die Ansteckende Blutarmut der Einhufer“ eingeschläfert.

Quelle: Karl-Josef Hildebrand/dpa (Symbolfoto)

Kiel/Pinneberg. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ist die Virusinfektion für den Menschen ungefährlich. Sie wird in erster Linie über blutsaugende Insekten wie Bremsen, Mücken und Stechfliegen übertragen. Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und können so zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Akut erkrankte Pferde können Fieber und Apathie aufweisen.

Die betroffene Pferdehaltung im Kreis Pinneberg war im Rahmen von Ermittlungen eines Nachweises der ansteckenden Blutarmut bei einem Pferd in Hamburg untersucht wurden. Der Betrieb wurde zunächst als Kontaktbestand gesperrt und die Pferde amtlich beprobt. Hierbei wurden bei einem Pferd Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Der Befund des Landeslabors Neumünster wurde bereits durch das nationale Referenzlabor für Ansteckende Blutarmut der Einhufer am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt.

Pferd muss eingeschläfert werden

Das infizierte Pferd wird gemäß der Rechtsvorschrift „Verordnung zum Schutz gegen die Ansteckende Blutarmut der Einhufer“ eingeschläfert. Ein weiteres Pferd des Bestandes zeigte sich in der Untersuchung als nicht eindeutig negativ. Dieses Pferd wird in zwei bis drei Wochen erneut untersucht. Alle Pferde des Ausbruchsbetriebes müssen nach frühestens 90 Tagen nach dem letzten positiven Nachweis erneut untersucht werden.

Der Kreis Pinneberg errichtet um den Ausbruchsbetrieb einen Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens einem Kilometer. Alle in diesem Sperrbezirk gehaltenen Einhufer müssen untersucht werden.

Näheres zu der Sperrverfügung und der Lage des Sperrbezirks des Kreises Pinneberg finden Sie hier.

Insgesamt wurden in Schleswig-Holstein bereits in mehr als 20 Betriebe untersucht. Bislang liegen keine weiteren positiven Ergebnisse vor. Zum Schutz vor der Ausbreitung dürfen nach Erlass des Landwirtschaftsministeriums Poloreitturniere nur noch unter der Maßgabe stattfinden, dass für alle teilnehmenden Tiere ein negatives Untersuchungsergebnis vorliegt.

Hintergrund

Seit Anfang Juni 2017 werden in mehreren Bundesländern Infektionen von Pferden mit dem Virus der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer festgestellt. Der erste Fall wurde bei einem Pferd in Niedersachsen nachgewiesen. Weitere Kontakte wurden in den Folgemonaten ermittelt, die Krankheit wurde bei Tieren in anderen Bundesländern nachgewiesen. Inwieweit diese Fälle zusammenhängen, wird derzeit mit Beteiligung des Friedrich-Loeffler-Instituts untersucht.

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (syn. Equine Infektiöse Anämie - EIA, Infektiöse Anämie der Einhufer) ist eine durch ein Lentivirus aus der Familie der Retroviridae ausgelöste Erkrankung aller Einhufer wie Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel und Zebras. Die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar. Die Infektion erfolgt in erster Linie über den Austausch von Blut, vorrangig durch blutsaugende Insekten. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier setzt einen sehr engen direkten Kontakt voraus. Die Krankheit kann akut, chronisch oder ohne sichtbare klinische Erscheinungen verlaufen.

Nähere Informationen finden Sie in den FAQs unter:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/T/tiergesundheit/faqInfektioeseAnaemie.html

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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