6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Kegelrobben vermehren sich prächtig

Nachwuchs auf Helgoland Kegelrobben vermehren sich prächtig

Rund hundert Kegelrobben-Babys "tummeln" sich derzeit auf Helgoland. Kegelrobben werden mitten im Winter geboren. Die Milch der Muttertiere enthält bis zu 50 Prozent Fett, so dass die Jungen täglich um bis zu 1,8 Kilogramm zunehmen. Die Geburts-Saison dauert noch bis Ende Januar.

Voriger Artikel
Fünf Projekte hoffen auf viele Spenden
Nächster Artikel
Harte Rätselnüsse für helle Köpfe

Diese britische Kegelrobbe ist schon etwas älter, als die auf Helgoland, vermutlich kann sie auch schon jagen, Kegelrobben werden nur drei Wochen gestillt.

Quelle: Danny Lawson/dpa (Symbolbild)

Helgoland. Deutschlands größtes Raubtier vermehrt sich in diesem Jahr prächtig, freute sich Seehundjäger Rolf Blädel.  "Wir gehen davon aus, dass bis zum Jahresende täglich neue Kegelrobben-Babys geboren werden", ergänzte eine Mitarbeiterin vom Verein Jordsand, der Seevogel- und Naturschutzgebiete betreut.

Auf der Suche nach neugeborenen Robben werden die Strände täglich kontrolliert – "meist zweimal", sagte Blädel. "Die Jungtiere laufen nicht weg, sie bleiben normalerweise genau dort liegen, wo sie geboren wurden." Kegelrobben verbringen die ersten Lebenswochen an Land. Nach Angaben der Nationalparkverwaltung können sich Robbenbabys mit ihrer dünnen Speckschicht noch nicht lange im kalten Meer aufhalten. Ihr weißer, flauschiger Pelz ist nicht wasserabweisend. Erst wenn sie sich eine dicke Speckschicht zugelegt haben, tauschen sie ihr weißes Geburtsfell gegen einen schwimmtauglichen Kurzhaar-Pelz und gehen ins Wasser. Dafür säugt die Robbenmutter ihren Nachwuchs knapp drei Wochen lang. Ihre Milch enthält bis zu 50 Prozent Fett, so dass die Jungen täglich um bis zu 1,8 Kilogramm zunehmen.

Danach überlässt sie das Jungtiere sich selbst: "Weil sie ungefähr ein Viertel ihres Gewichtes verloren hat während der Säugezeit", erklärt Blädel: "Sie hat Hunger, muss erst mal wieder Speck auf die Rippen kriegen".

Für die Kegelrobbe kein Problem, denn im Wattenmeer steht sie an der Spitze der Nahrungskette. Sie machen Jagd auf den Schweinswal, und verschonen selbst ihren Verwandten nicht, den Seehund, wie neue Untersuchungen belegen. Unter anderem beobachteten Wissenschaftler vor Helgoland, wie eine junge Kegelrobbe unter Wasser einen Seehund erlegte und an Land zerrte. Die  Biologen gehen inzwischen von einem üblichen Jagdverhalten aus, das aber bisher kaum aufgefallen ist.

Die Kegelrobbe (Halichoerus grypus) war infolge intensiver Bejagung lange beinahe vollständig aus dem Wattenmeer verschwunden. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte die allmähliche Rückkehr. Inzwischen gibt es im Wattenmeer wieder vier Kolonien der in Deutschland geschützten Tiere mit Jungen: Eine nahe der westfriesischen Insel Terschelling (Niederlande), zwei auf Sandbänken nahe Juist und Amrum sowie die Kolonie auf der Helgoländer Düne.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben die Kegelrobben an verschiedenen Orten der Nordsee. Sie können bis zu 140 Meter tief tauchen und 20 Minuten lang unter Wasser bleiben. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Lachsen, Dorschen und Heringen auch Makrelen und Schollen.

Von KN-online

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3