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Positive Bilanz zum runden Geburtstag

Nationalpark Wattenmeer Positive Bilanz zum runden Geburtstag

Den Wattenmeer-Nationalpark gibt es seit 30 Jahren. Die Bilanz des größten Nationalparks in Mitteleuropa fällt zum Geburtstag gut aus. Doch zufrieden geben wollen sich die Experten noch nicht. Ein bisschen was vor haben sie noch.

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Am Leuchtturm Westerhever Sand ist der Ausblick in den Nationalpark Wattenmeer besonders prächtig.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Husum. Vor 30 Jahren konnten sich nur wenige vorstellen, welche Erfolgsgeschichte der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer schreiben wird. „Es gab nur wenige Leute, die sagten, da machen wir mal mit“, erinnert sich der Leiter der Nationalparkverwaltung, Detlef Hansen. Heute erlebt der Nationalpark und das Weltnaturerbe eine überwältigende Akzeptanz: „Wenn man die Menschen befragt, kommt man auf sozialistische Werte von über 80 Prozent, die den Nationalpark gut finden oder stolz darauf sind“, sagt Hansen.

Das sind die Bilder aus dem Nationalpark Wattenmeer.

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Seit seiner Gründung sind die Urlauberzahlen an der Westküste Schleswig-Holsteins stetig gestiegen, der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, an dem zehntausende Jobs hängen. Mittlerweile erleben rund zwei Millionen Menschen dort jedes Jahr die einzigartige Natur, dazu kommen noch 15 Millionen Tagesausflügler. „Das ist ein enormer Druck auf die Schutzgebiete – und trotzdem können wir sagen, Tourismus und Nationalpark geht, das passt gut zusammen“, betont Hansen.

Nationalpark war in 80ern nicht gewollt

Die Anfänge waren jedoch schwierig. „In den 1980ern waren die Salzwiesen im Vorland golfrasenkurz geweidet, Jäger schossen jährlich 10 000 Enten im Wattenmeer, Tiefflieger brachten Vogelwärter zur Verzweiflung, Deichbauer und Naturschützer trennten tiefe Gräben“, schreibt Umweltminister Robert Habeck (Grüne) in der Dezemberausgabe der Zeitschrift „Nationalpark Nachrichten“. „Es gab Schaumberge am Meeresufer, Öl an den Füßen und relativ wenige scheue Seehunde und Ringelgänse.“

Detlef Hansen und andere Naturschützer hatten damals eine Vision für die Zukunft des Wattenmeers. „Ich bin durch die Gastsäle getingelt mit meinen Lichtbildern und hab Werbung gemacht für den Nationalpark“, sagt Hansen. Doch „der Nationalpark war hier nicht gewollt.“ Aufgestochene Autoreifen, brennende Strohballen oder aufgehängte Strohpuppen zeugten damals vom heftigen Widerstand der Einheimischen.

Doch all das hat sich gewandelt„ Es gibt neben den Behörden und den Umweltschützern mittlerweile ganz viele Menschen, die den Nationalpark gut finden“, sagt Hansen.

Mehr Leben als im Urwald

Mit 441 000 Hektar ist der Nationalpark Wattenmeer fast doppelt so groß wie das Saarland und damit der größte Nationalpark in Mitteleuropa. Das Gebiet aus Wattflächen mit Rinnen und Prielen, mit Sandbänken, Dünen und Salzwiesen ist eine der fruchtbarsten Regionen der Erde. So können auf einem Quadratmeter Wattboden neben Muscheln, Schnecken und Würmern noch Millionen von Kieselalgen und tausende winzige Krebse leben. Auf einer Fläche von 100 Mal 100 Metern haben die Tiere eine Biomasse von drei bis zwölf Tonnen Nassgewicht – das ist mehr als im Urwald. Insgesamt leben hier rund 3200 Tierarten, von denen 250 nur hier vorkommen. Dazu kommen Millionen von Zugvögeln, die im Frühjahr und Herbst auf dem Weg zwischen Überwinterungs- und Brutgebieten in den weiten Watten rasten.

Das Wattenmeer ist aber auch die Kinderstube vieler Nordseefische. Hier leben neben Schweinswalen und Seehunden auch die größten Raubtiere Mitteleuropas: Die Kegelrobben vor Amrum werden bis zu drei Meter lang.

„Was wir erreicht haben, ist gut“, lautet das Fazit von Wattenmeerexperte Ulrich Rösner. „Aber wir sind noch nicht fertig: Wenn wir es halten wollen, haben wir noch ein bisschen was vor uns“, betont der Biologe von der Umweltstiftung „World Wide Fund For Nature“ WWF.

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