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Polizisten besser geschützt und auffälliger

Neue Ausstattung Polizisten besser geschützt und auffälliger

Provokationen, Aggressionen, Attacken: Oft werden Polizisten selbst zum Ziel von Übergriffen. Neue Ausstattung soll sie in Schleswig-Holstein besser vor Angriffen schützen. Zur neuen Ausrüstung gehört auch eine Spuckhaube.

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Innenminister Stefan Studt (SPD, von links nach rechts), Landespolizeidirektor Ralf Höhs und die Polizisten Nicole Hauschild-Bol, Sven Hintzl und Jonny Schlichting stehen hinter neuen Ausrüstungsgegenständen. Sie sollen in erster Linie der Sicherheit der Beamten im Einsatz dienen.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Schutz gegen Messerattacken und die Rückkehr der weißen Polizeimütze — eine neue Ausrüstung soll Polizisten in Schleswig-Holstein besser gegen mögliche Angriffe schützen. „Es gibt ein stückweit eine Erosion des Respekts gegenüber staatlichen Institutionen“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Ausrüstung.

Allein 1,5 Millionen Euro stellte das Land für einen zusätzlichen Stichschutz beispielsweise gegen Messerattacken oder Angriffe mit zerbrochenen Flaschen zur Verfügung, den die Beamten in ihre Schusswesten schieben können. Bislang hat die Schutzweste die Beamte nur gegen ballistische Geschosse geschützt, beispielsweise aus einer 9-Millimeter-Pistole. Neu ist auch eine Außentragehülle, die Platz für Handschellen, Notizblock, Schlagstock oder Pfefferspray bietet. Für 660 000 Euro kaufte die Polizei davon 5500 Stück.

Außerdem sind bald wieder alle Beamten mit weißen Mützen unterwegs. Dadurch sollen sie im Einsatz besser sichtbar sein. „Die Bürger sollen die Polizei sehen“, sagte Landespolizeidirektor Ralf Höhs. Bisher tragen sie blaue Mützen, die für besondere Anlässe erhalten bleiben sollen. Vor zehn Jahren waren die Uniformen im Norden nach US-Vorbild auf dunkelblau geändert worden.

Knapp 3,5 Kilogramm wiegt die Schutzausstattung der Beamten nun. Sie geraten immer wieder selbst ins Visier. „2015 wurden mehr als 300 Beamte im Einsatz verletzt“, sagte Studt. In bis zu 1300 Fällen werden Polizisten zwischen Nord- und Ostsee im Jahr mit Gewalt konfrontiert. Etwa 2500 Beamte haben damit zu tun.

Deshalb gehört nun auch ein Schutzschild zur Standard-Ausrüstung der Streifenwagen. „Sie minimieren den Schusswaffengebrauch“, sagte Höhs und meint damit Kriminelle mit Waffe in der Hand. Dies hätten bereits Einsätze gezeigt. „Das äußere Erscheinungsbild der Beamten hat Einfluss auf die Gewaltbereitschaft.“

Im Wagen liegt mittlerweile auch eine Spuckhaube, die Tatverdächtigen nach ihrer Festnahme aufgesetzt wird. Deren Träger können sehen und atmen. „Sie ist auch der Menschenwürde entsprechend“, sagte Höhs. „Sie verhindert nur, dass auf die Beamten gespuckt werden kann.“

Grundlage für die Beschaffung der neuen Polizeiausrüstung waren die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe, die nach Möglichkeiten für einen besseren Schutz suchte. In diesem Zuge seien in den vergangenen Jahren bereits „mehrere Millionen Euro“ investiert worden, sagte Höhs.

„Gewalt gegen Polizeibeamte ist ein relevantes Thema“, sagte Innenminister Studt. Deshalb müsse die Polizei die Ausrüstung ihrer Einsatzkräfte regelmäßig überprüfen.

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