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Neue Querelen in Schackendorf

Heimleiterin muss gehen Neue Querelen in Schackendorf

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Kreis Segeberg hat überraschend die Leiterin der Schackendorfer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge entlassen. Hintergründe will die Geschäftsführung nicht nennen. Am Montagmorgen zogen rund 35 Bewohner vor das Kreishaus, um dagegen zu demonstrieren.

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Protest vor dem Kreishaus: Flüchtlinge, die in Schackendorf untergekommen sind, halten Plakate in die Kamera, mit denen die Kündigung der Heimleiterin hinterfragt wird. Merkwürdig: Keiner der Demonstranten spricht Deutsch.

Quelle: Bastian Modrow

Schackendorf.  Zuvor hatte eine ehemalige DRK-Mitarbeiterin schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Chefin erhoben, eine syrische Familie über Schikanen der Frau geklagt. Am Montagmorgen zogen nun etwa 35 andere Bewohner der Schackendorfer Unterkunft vor das Kreishaus in Bad Segeberg, um gegen die Entlassung der Heimleiterin zu demonstrieren.

 „Warum?“ und „Wir brauchen Ileana B.“ stand auf den Transparenten und Schildern. Seit dem Wochenende sei die Leiterin nicht mehr im Dienst, berichteten die nach eigener Auskunft zufolge überwiegend aus Afghanistan stammenden Frauen und Männer. Von wem die Aktion geplant worden war, blieb unklar. Einige Bewohner der Schackendorfer Einrichtung berichten, dass eine Mitarbeiterin, die als Dolmetscherin in dem Heim tätig sei, am Sonntag unvermittelt mit Stiften und Pappen in der Unterkunft aufgetaucht sei und die Flüchtlinge zur Teilnahme an dem Protest animiert habe. Nach Aussagen von Bewohnern hätte die Mitarbeiterin auch die Plakate beschrieben. Tatsächlich sprach keiner der Demonstrierenden Deutsch.

 Matthias Deerberg vom DRK-Kreisverband bestätigte, dass die betroffene Mitarbeiterin nicht mehr Leiterin der Schackendorfer Unterkunft sei. Details wolle er aber aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht nennen. Grundsätzlich wolle seine Organisation Nachfragen nur schriftlich beantworten. Der Sprecher des Kreises Segeberg, Gernot Schramm, war am Montag für unsere Zeitung nicht erreichbar.

 Der Fall ist verworren: Auslöser war ein Bericht unserer Zeitung über Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei gegen einen 38-jährigen Berater der Ausländerbehörde des Kreises Segeberg. Eine aus Syrien stammende Familie hatte Strafanzeige wegen Nötigung und Bedrohung erstattet und den Kreismitarbeiter beschuldigt, Geld für die Unterbringung aller sieben Angehörigen in einer Wohnung verlangt zu haben. Gestützt werden die Aussagen von einer Ex-Mitarbeiterin des DRK: „Als ich der Leiterin der Unterkunft von den Anschuldigungen der Familie gegen den Kreismitarbeiter berichtete, wurde ich entlassen.“ Das DRK wies die Behauptung zurück – auch die Aussagen der syrischen Familie, die nach der Berichterstattung über Schikanen der Heimleiterin geklagt hatte, würden nicht der Wahrheit entsprechen.

 Fest steht: Vergangene Woche hatte die Segeberger DRK-Führung die betroffene syrische Familie zum Gespräch eingeladen. Dass sich das Rote Kreuz einen Tag später entschloss, das Arbeitsverhältnis mit der Heimleiterin aufzulösen, steht laut Deerberg in keinem Zusammenhang. Bereits vor zwei Wochen hatte das DRK bekräftigt, dass sich die Leiterin in der Probezeit befinde, die am 30. Juni enden würde.

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