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Kfz-Haftpflicht: Im Norden oft günstiger

Neue Regionalklassen Kfz-Haftpflicht: Im Norden oft günstiger

In Schleswig-Holstein fahren Autofahrer günstiger - zumindest gilt das für ihre Einstufung in der Kfz-Haftpflicht. Das zeigt die neue Regionalstatistik der Versicherer, die auf der Schadenbilanz basiert.

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Viele Autofahrer in Norddeutschland profitieren in der Kfz-Haftpflicht von niedrigen Einstufungen in den Regionalklassen der Versicherer.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Kiel/Berlin. Im bundesweiten Vergleich fahren norddeutsche Autofahrer günstiger – zumindest gilt das für ihre Einstufung in die Kfz-Haftpflichtversicherung. So gelten für fast die Hälfte der Autofahrer in Schleswig-Holstein weiterhin die niedrigsten Regionalklassen 1 und 2, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. In zwölf der 15 Zulassungsbezirke des Landes blieben die Einstufungen erhalten. In Dithmarschen können sich die Versicherten über eine niedrigere Regionalklasse freuen. Höhere Einstufungen ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr nur für Neumünster und Lübeck.

Die GDV veröffentlicht einmal im Jahr die Regionalklassen für alle 415 deutschen Zulassungsbezirke, die jeweils die Schadensbilanz in der Region spiegelt – getrennt nach Voll- und Teilkasko. Maßgeblich beeinflusst wird die Einstufung der Versicherten vom Fahrverhalten in der Region. Gibt es viele Unfälle, steigt die Einstufung. Und umgekehrt gilt: Gibt es weniger Schäden, sinkt sie. Darüber hinaus werden bei der Aufstellung der Einstufungsklassen aber auch Faktoren wie Diebstahlrate und Schäden durch Naturereignisse wie Hagel oder Sturm berücksichtigt.

Die Regionalklassen des GDV sind für Versicherungsunternehmen unverbindlich. Sie können für Neuverträge sofort angewendet werden. Für bestehende Verträge gilt dies zur Hauptfälligkeit – meist ist dies der 1. Januar 2017. Sowohl bei der Itzehoer als auch bei der Provinzial hieß es gestern, man werde die neuen Regionalklassen übernehmen.

Kreis Haftpflicht-Klasse (1-12) Veränderung Vollkasko-Klasse (1-9) Veränderung Teilkasko-Klasse (1-16) Veränderung
Pinneberg 8 = 2 + 3 =
Segeberg 6 = 3 = 7 =
Lübeck 6 + 2 = 4 =
Stormarn 5 = 3 + 5 =
Kiel 5 = 3 = 4 =
Neumünster 4 + 2 = 5 =
Lauenburg 3 = 3 = 7 =
Ostholstein 2 = 3 = 8 =
Steinburg 2 = 2 + 6 =
Flensburg 2 = 1 - 5 =
Schleswig-Flensburg 1 = 3 = 9 =
Plön 1 = 3 = 8 -
Rendsburg-Eckernförde 1 = 2 = 8 =
Dithmarschen 1 - 2 = 7 -
Nordfriesland 1 = 2 = 7 =

Veränderung zu 2016: (+) eine Stufe höher. (=) keine Veränderung. (-) eine Stufe niedriger.

Zusammen mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen liegt Schleswig-Holstein im niedrigen Bereich. Die beste Schadensbilanz bundesweit erreichte der Bezirk Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Schlecht sieht es indes in den Großstädten und in Teilen Bayerns aus. Wie im Vorjahr wurde etwa Hamburg in der höchsten Regionalklasse 12 eingestuft – damit liegt die Hansestadt gleichauf mit München und Berlin. Grund ist laut Verkehrsexperten die hohe Unfallzahl aufgrund einer höheren Verkehrsdichte in den Ballungszentren.

Deutschlandweit müssen den Angaben zufolge 4,8 Millionen Autofahrer eine Hochstufung in ihrer Versicherung hinnehmen. Demgegenüber profitieren aber 6,3 Millionen Versicherte von einer besseren Klasse. Für den Rest – immerhin mit 28,5 Millionen der weit überwiegende Teil – bleibt alles wie gehabt.

Nach Berechnungen der Itzehoer Versicherungsgruppe ergeben sich beispielhaft für einen 35-jährigen Fahrer eines Golf VII 1,2 TSI folgende Prämienveränderungen in der Region: In Neumünster steigt der Haftpflichtbeitrag von Regionalklasse 3 (214,54 Euro) auf Regionalklasse 4 mit 220,53 Euro brutto. Im Zulassungsbezirk Plön sinkt der Teilkaskobeitrag von Regionalklasse 9 (109,71) auf Regionalklasse 8 mit 100,39 Euro brutto. Und in Ostholstein steigt der Vollkaskobeitrag von Regionalklasse 2 mit 285,71 Euro auf Regionalklasse 3 mit 301,24 Euro. Allerdings weist die Versicherung darauf hin, dass zahlreiche weitere Faktoren zur Berechnung des individuellen Beitrages herangezogen werden.

Von Ulrich Metschies und Jens Kiffmeier

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