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Wichtiger, schwimmender Tourismusfaktor

Traditionsschiffe Wichtiger, schwimmender Tourismusfaktor

Das Bundesverkehrsministerium will die neue Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschiffe im Frühjahr in Kraft setzen. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer hat mit seinen Amtskollegen aus den fünf Küstenländern einen Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt geschrieben.

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Rene Mertens (44), Steuermann auf der Roald Amundson.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Das zuständige Bundesverkehrsministerium blieb aber beim Thema Traditionsschiffe bis Donnerstag hart. Noch in diesem Frühjahr soll die Verordnung in Kraft treten. Viele Schiffseigner befürchten angesichts der neuen Auflagen jedoch eine existenzielle Bedrohung.

„Wir machen uns große Sorgen, dass uns hier in den Häfen etwas verloren geht, was für den Erhalt und die Weitergabe der Tradition der Schifffahrt und des Schiffbaus wichtig ist“, sagt Leonie Föhring. Die 28-Jährige betreibt zusammen mit ihrem Mann Nils Föhring (40) die „Freja“ im Kieler Germaniahafen. Beide sind in der Schifffahrt, sie auf einer Werft, er als Seelotse am Kanal. „Deshalb betrifft uns diese neue Sicherheitsrichtlinie nicht. Wir betreiben unsere ’Freja’ als Familienmitglied und nehmen keine Passagiere mit“, sagt Nils Föhring. Der 1944 auf Fünen gebaute Gaffelkutter ist einer der Blickfänge im Germaniahafen in Kiel. Durch den beruflichen Hintergrund passt das Paar ihr Schiff laufend an. Gerade wurde die Elektrik neu gemacht, Platz für einen Kartentisch geschaffen und einen neue Wand eingezogen. „Für die Freunde auf größeren Traditionsschiffen sieht das aber anders aus. Die können nicht mal eben all die geforderten Umbauten oder Qualifikationen erledigen“, sagt Leonie Föhring.

Von einer kurzfristigen Stilllegung könne nicht die Rede sein, so das Ministerium. Alle bisher erteilten Sicherheitszeugnisse gelten bis zu ihrem Ablaufdatum. Erst dann müssen Traditionsschiffer die erweiterten Bestimmungen erfüllen. Beantragt der Betreiber nach Ablauf die Verlängerung seines Sicherheitszeugnisses, hat er ein Jahr nach Antragstellung Zeit, die erforderliche Ausrüstung zu beschaffen. Bei Umbauten besteht sogar eine Übergangszeit von zweieinhalb Jahren. Die bereits ausgearbeitete Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe befindet sich in der Notifizierung bei der Europäischen Kommission. Kommt sie von dort nach Berlin zurück, soll sie umgehend in Kraft treten.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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