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Zu viele Schüler ohne Abschluss

Neue Studie Zu viele Schüler ohne Abschluss

Knapp zwei Wochen vor dem Ende der Ferien haben neue Zahlen zu Schulabgängern ohne Abschluss im Landeshaus eine bildungspolitische Kontroverse ausgelöst: Schleswig-Holstein hatte mit Berlin 2014 mit einer Quote von acht Prozent die höchste Abbrecherquote unter den westlichen Bundesländern.

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Laut Studie beendeten 2014 bundesweit fast 47000 Schüler und damit sechs Prozent aller Abgänger ihre Schullaufbahn ohne einen Abschluss.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa (Symbolfoto)

Kiel. Dies zeigen von der Caritas und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung erhobene Daten. Auch im Jahr 2015 lag die Zahl mit 7,5 Prozent nur geringfügig niedriger.

 Laut Studie beendeten 2014 bundesweit fast 47000 Schüler und damit sechs Prozent aller Abgänger ihre Schullaufbahn ohne einen Abschluss. Wie bei vielen anderen Bildungsstudien können auch in diesem Vergleich die deutschen Südländer wieder punkten. In Baden-Württemberg und Bayern gehen mit Abstand die wenigsten Schüler ohne Abschluss ab. Ganz anders sieht es im Norden und vor allem im Osten der Republik aus.

 Große Unterschiede offenbart aber auch der Blick auf Kreise und Städte innerhalb Schleswig-Holsteins. So wiesen 2014 Lübeck (11,5 Prozent) und der Kreis Dithmarschen (11,3) mit Abstand die höchsten Werte auf. Über dem Bundesdurchschnitt von sechs Prozent lagen jedoch auch die Kreise Plön (8,4), Rendsburg-Eckernförde (7,6) oder die Stadt Kiel (7,8). Vergleichsweise gut schnitten die Kreise Segeberg (6,7), Stormarn (6,2) oder Pinneberg (5,8) ab.

 Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Bildungsministeriums ging die Quote von 2005 bis 2009 zwar von zehn auf sieben Prozent zurück. Seitdem ist sie aber nicht mehr gesunken, 2015 lag sie bei 7,5 Prozent.

 „Wir wollen und müssen an dieser Stelle besser werden“, räumte Bildungsministerin Britta Ernst ein. Dies sei eine der großen aktuellen Herausforderungen. Wichtige Instrumente dazu gebe es bereits, zum Beispiel in Form flexibler Übergangsphasen, Praxisklassen oder Produktionsschulen.

 Harsche Kritik kam von der Opposition im Landeshaus. Die Piratenfraktion nannte die Zahlen „alarmierend“. Als „erschreckend hoch“ bezeichnete sie die CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen: „Hier läuft etwas grundlegend schief. Ich erwarte von der Landesregierung, dass sie den spezifischen Ursachen dafür in Schleswig-Holstein auf den Grund geht.“ Aus Sicht der SPD sei man bereits „auf dem richtigen Weg“, beispielsweise durch die Jugendberufsagentur, die die Abbrecherquote deutlich senken werde. Die Unterschiede innerhalb des Landes zeigten, dass es Regionen gebe, „wo individuelle Förderung noch nicht ausreichend greift“.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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