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Neuer Beirat für Männerberatung

Einmaliges Projekt Neuer Beirat für Männerberatung

Mit einem bundesweit einmaligen Projekt will sich das Land Klarheit darüber verschaffen, wie man Männern, die Opfer von sexueller oder häuslicher Gewalt geworden sind, am besten helfen kann. Dazu wurde am Donnerstag im Gästehaus der Landesregierung in Kiel der Beirat für Männerberatung gegründet.

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Männer werden immer häufiger Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Kiel. Von sexueller und häuslicher Gewalt sind nicht nur Frauen betroffen. Das Problem: Bisher gibt es keine gendergerechte Beratung, die sich speziell an den Bedürfnissen männlicher Opfer orientiert. „Frauenberatungsstellen haben uns in der Vergangenheit immer häufiger zurückgemeldet, dass mehr Männer auf sie zukommen“, sagte Staatssekretärin Anette Langner bei der konstituierenden Sitzung des Beirates für Männerberatung am Donnerstag.

Bundesweit einmalig

Das Land Schleswig-Holstein will mit einem bundesweit einmaligen Modellprojekt feststellen, wie man betroffenen Männern am besten helfen kann. Drei Beratungsstellen in Flensburg (pro familia), Elmshorn (Wendepunkt) und Kiel (Frauennotruf) haben zu Beginn des Jahres ihre Arbeit in dem Feld aufgenommen. „Die Träger verfolgen alle unterschiedliche Ansätze und werden von ihren Erfahrungen berichten“, sagte Langner.

Neue Impulse für Träger

Dieser Austausch soll im neu gegründeten Beirat stattfinden. Dort sollen Impulse gegen, aber auch anonymisierte Einzelfälle gemeinsam ausgewertet werden. Neben den Mitgliedern der Einrichtungen nehmen unter anderem auch auch Prof. Dr. Aglaja Stirn vom Sexualmedizinischen Institut der CAU, Sabine Marohn vom Landesamt für Soziale Dienste sowie Katja Victor vom Koordinations- und Kooperationsprojekt bei häuslicher Gewalt an den Sitzungen teil.

Evaluation durch FH Kiel

Über drei Jahre wird das Projekt mit 420000 Euro vom Sozialministerium finanziert. Ende 2019 soll die Evaluation Klarheit darüber verschaffen, welche Angebote hilfreich sind und wie hoch der generelle Bedarf im Land ist. „Es gab zwar von 2012 bis 2015 ein Projekt mit einer Anlaufstelle in Kiel. Das konnte uns jedoch keinen Aufschluss darüber geben, wie es im gesamten Land aussieht“, so Langner. Die wissenschaftliche Begleitung wird von Dr. Roswitha Pioch und Jascha Jaworski von der FH Kiel übernommen.

Imke Deistler vom Frauennotruf in Kiel ist Mitglied im neuen Beirat und hat Erfahrungen mit der Beratung gemacht: „Viele Männer verschweigen immer noch, was ihnen passiert ist.“ Sie erhofft sich durch den Austausch mehr Aufschluss darüber zu bekommen, was man tun kann, damit „der Knoten platzt“.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.maennerberatung-sh.de

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