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Neuer Rückschlag für Fehmarnbelt-Tunnel

EU schießt weniger Geld zu Neuer Rückschlag für Fehmarnbelt-Tunnel

Der Fehmarn-Tunnel soll Reisezeit zwischen Dänemark und Deutschland sparen. Doch vor dem Megaprojekt türmen sich Herausforderungen auf. Schlechte Nachrichten aus Brüssel machen den Tunnelbauern Geldsorgen.

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Dänemark bekommt für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen 2016 und 2019 einen Zuschuss von knapp 4,4 Milliarden dänischen Kronen.

Quelle: Femern AS

Kopenhagen. Der Fehmarnbelt-Tunnel soll die Reisezeit zwischen Dänemark und Deutschland verkürzen. Doch für die Planer des Prestigeprojekts gibt es einen Dämpfer aus Brüssel: So hat die EU-Kommission der dänischen Regierung für den Tunnelbau weniger Fördermittel bewilligt als geplant. „Wir bekommen nur die Hälfte der EU-Unterstützung, mit der wir für die Fehmarnbelt-Verbindung gerechnet hatten“, teilte der neue dänische Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt enttäuscht mit. Dennoch will man sowohl im nordeuropäischen Nachbarland wie auch in Schleswig-Holstein an dem Megaprojekt festhalten. Allerdings blieb vorerst unklar, wie die entstandene Finanzierungslücke geschlossen werden soll.

Den Angaben zufolge erhält Dänemark, das das Vorhaben weitgehend alleine finanziert, für den Straßen- und Eisenbahnbau bis 2019 einen EU-Zuschuss von 4,4 Milliarden Kronen (589 Millionen Euro) – und damit mehr als vier Milliarden Kronen weniger als erhofft. Die Mittel stammen aus dem Investitionsprogramm „Connecting Europe“ (CEF), mit dem 276 Vorhaben mit 13,1 Milliarden Euro gefördert werden. Insgesamt waren 700 Anträge gestellt worden. Gemessen an allen bewilligten Projekte erhält der Fehmarnbelt-Tunnel nach Kommissionsangaben die sechsthöchste Förderung. Damit stehe das Projekt im europäischen Vergleich gut da, sagte eine Sprecherin.

In Schleswig-Holstein wird die Förderzusage ähnlich bewertet. „Aus einem hoffnungslos überzeichneten Fördertopf bekommt Dänemark trotzdem eine nicht unerträgliche Summe“, sagte Landesverkehrsminister Reinhard Meyer. Und auch die Europaabgeordnete Ulrike Rodust (beide SPD) sieht keine Abkehr der Kommission von dem grenzüberschreitenden Projekt. Die Höhe der Summe sei „beträchtlich“, sagte sie.

In Dänemark muss nun nach neuen Finanzierungswegen gesucht werden. Medienberichten zufolge will Verkehrsminister Schmidt angesichts der „dramatischen Neuigkeiten“ ein Krisentreffen einberufen. Sein Amtsvorgänger Magnus Heunicke warnte indes vor Panikmache. „Fehmarn ist immer noch ein Projekt mit hoher Priorität in Europa“, sagte er und wies daraufhin, dass es sich beim CEF-Programm um die erste Bewerbungsrunde gehandelt habe. Für die Förderperiode ab 2020 könne Dänemark erneut um Unterstützung werben.

Mit einem Ausstieg der Dänen aus dem Projekt rechnet jedenfalls im Norden kaum jemand. Natürlich sei das Nachbarland verantwortlich für den Bau, sagte CDU-Landeschef Ingbert Liebing. Er sei aber „zuversichtlich“, dass die Finanzierung sichergestellt werde. Davon gehen auch die Vize-Fraktionschefs der FDP und des SSW, Christopher Vogt und Flemming Meyer, aus. Nur die Grünen warnten vor einem „Milliardengrab“. Wieder einmal, sagte der Verkehrsexperte Andreas Tietze, drohe ein Großprojekt an einer unseriösen Finanzierung zu scheitern.

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Ein Artikel von
Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

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Es mehren sich die Zeichen, dass Eisenbahnzüge erst Jahre später als geplant durch den Tunnel unterm Fehmarnbelt rollen. Die deutsche Seite wäre froh, wenn die Dänen mit dem Bau länger bräuchten.

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