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Millionen für die Fachhochschulen

Neues Förderprogramm Millionen für die Fachhochschulen

Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Kristin Alheit schlägt ein neues Exzellenz-Kapitel auf. Nach den Plänen der SPD-Politikerin sollen künftig auch die besten deutschen Fachhochschulen Fördermittel in Millionenhöhe erhalten. Profitieren könnten davon auch die FHs etwa in Kiel oder Lübeck.

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Mit mehr als 7400 Studierenden (2015) ist die Fachhochschule Kiel die zweitgrößte Hochschule im Land. Bislang beschränkte sich die finanzielle Förderung durch den Bund und die Länder vor allem auf die Universitäten.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Bisher gibt es nur Sondermittel für Spitzen-Unis. „Wir brauchen auch für die Fachhochschulen eine bundesweite Exzellenzinitiative“, fordert Alheit. „Die FHs haben sich zu wichtigen Zentren von Spitzenforschung und neuen Technologien entwickelt.“ Schleswig-Holstein bereite daher eine Bund-Länder-Initiative vor, so die Ministerin. Ziel sei ein 300-Millionen-Förderprogramm, das ähnlich der Uni-Exzellenzstrategie vom Bund (75 Prozent) und den FH-Heimatländern (25 Prozent) finanziert werde. „Wir müssen die FHs stärken, damit sich unser differenziertes Hochschulsystem dynamisch weiterentwickelt und wir international konkurrenzfähig bleiben.“

 Eine konkrete Förderkulisse hat Alheit bereits im Kopf. Von den 215 FHs in Deutschland sollen rund 20 Hochschulen Sondermittel für Zukunftskonzepte bekommen. Das wären wie bei den Unis etwa zehn Prozent. Die FH-Förderung soll jährlich drei Millionen Euro betragen und über einen Zeitraum von fünf Jahren laufen. „Ich bin zuversichtlich, dass uns so etwas gelingen kann“, meint die Ministerin. Fällt ihr Vorschlag bei Bund und Ländern auf fruchtbaren Boden, könnte das FH-Förderprogramm in zwei bis drei Jahren anlaufen.

 In einem bundesweiten Wettbewerb ist Alheit um die schleswig-holsteinischen FHs nicht bange. „Sie können an der Spitze mitspielen.“ Das gilt etwa für die FH Kiel. Sie ist mit mehr als 7400 Studierenden (2015) nach der Uni Kiel die zweitgrößte Hochschule im Norden und hat einige zukunftsträchtige Schwerpunkte, darunter den Bereich Erneuerbare Energien und intelligente Netze. Auch an der FH Lübeck (gut 4400 Studierende) gibt es einige Vorzeigeprojekte wie etwa ein akkreditiertes Online-Studium.

 Mit im Boot sitzen auch die Hochschule Flensburg (4100 Studierende), die FH Westküste in Heide (1600 Studierende) und die nicht staatliche FH Wedel (1200 Studierende). Für alle FHs gilt, dass sich das Wissenschaftsministerium bei möglichen Zukunftskonzepten derzeit bedeckt hält. In einem „Strategiepapier“ werden den fünf Hochschulen im Norden mit rund 19000 Studierenden nur allgemein „sehr gute Chancen“ zugebilligt, erfolgreich an einem Förderprogramm für Spitzen-FHs teilzunehmen. Die Hoffnung: Wenn zwei Fachhochschulen den Sprung in das Förderprogramm schaffen, würden zusätzlich 22,5 Millionen Euro Bundesmittel in den „echten Norden“ fließen. Die restlichen 7,5 Millionen Euro müsste das Land beisteuern.

 Alheit geht davon aus, dass ihr Vorstoß zumindest in den anderen Ländern auf Beifall stößt. Grund: Die bisherige Bund-Länder-Hochschulförderung zielt insbesondere auf die Universitäten. Die Fachhochschulen wurden bisher eher als Stiefkind behandelt und geraten erst jetzt langsam in den Blick, etwa mit dem Bund-Länder-Programm „Innovative Hochschule“. Das Fördervolumen beträgt binnen zehn Jahren 550 Millionen Euro. Mindestens die Hälfte der Summe soll in die Fachschulschulen fließen. Offen ist, ob der Bund das für die FHs und die Länder bessere Kieler Konzept mitbezahlt.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

In der Landesregierung gehört Kristin Alheit bisher nicht zu den großen Leistungsträgern. Besonders dürftig fällt die Bilanz der SPD-Politikerin im Wissenschaftsbereich aus, den sie 2014 notgedrungen übernehmen musste. Um so überraschender ist Alheits aktueller Vorschlag, ein großes Bund-Länder-Förderprogramm für die Fachhochschulen aufzulegen.

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