16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Jäger suchen neuen Vorstand

Neuwahl des Präsidiums Jäger suchen neuen Vorstand

Völlig überraschend hat das komplette Präsidium des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein (LJV) angekündigt, im Januar die Ämter niederzulegen. Grund sind ausnahmsweise mal nicht der Naturschutz, Blei in der Munition oder eine neue Naturschutzverordnung. Es gibt intern Zoff bei den Jägern.

Voriger Artikel
Sturmtief „Heini“ bringt viel Regen
Nächster Artikel
Gut gerüstet für den Politik-Alltag

Der schleswig-holsteinische Landesjagdverband sucht einen neuen Vorstand.

Quelle: Joachim Schockmann/Fotolia

Kiel. 17 der 20 Kreisjägerschaften haben durchgesetzt, im Januar das Präsidium neu wählen zu lassen, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

 Die Stimmung muss geladen gewesen sein, als am vergangenen Donnerstag das erweiterte Präsidium des Landesjagdverbandes im beschaulichen Nortorf zusammenkam. Auf der Tagbesordnung standen Gespräche mit dem achtköpfigen Präsidium. Als die Sitzung beendet war, war die Bombe geplatzt. Alle acht Präsidiumsmitglieder haben ihre Ämter zur Verfügung gestellt. „Das ist eine Form von Demokratie. Dabei müssen Dinge auch sachlich und offen diskutiert werden. Das ist ganz normal“, sagt der noch amtierende LJV-Präsident Klaus-Hinnerk Baasch. Zu den Details über diesen kurzfristigen Entschluss zur Niederlegung der Ämter und der vorzeitig anberaumten Neuwahl wollte er gestern keine Angaben machen. So wie auch die anderen Mitglieder der Kreijägerschaften.

 Es sickerte aber durch, dass es seit geraumer Zeit im Landesjagdverband atmosphärische Verwerfungen gibt. Kritik an der Arbeit des Präsidiums wurde in der Basis der Kreisjägerschaften immer stärker und führte schließlich zu einem Konflikt. „Das kann man schon daran ablesen, das 17 der 20 Kreisjägerschaften in Schleswig-Holstein die Wahlen gefordert haben“, ist aus der Jägerschaft zu hören. Offen will sich niemand äußern. Der Wunsch nach einer neuen Zusammensetzung des Päsidiums sei bei der Sitzung in Nortorf laut geworden. Daraufhin hatten alle acht Mitglieder des Präsidiums ihre Ämter zum Wahltermin im Januar zur Verfügung gestellt.

 Es zeichnet sich ab, dass es bei der Delegiertenversammlung am 22. Januar auch zu einer Kampfabstimmung kommen kann. Es gilt als sicher, dass sich einige der acht derzeitigen Präsidiumsmitglieder auch wieder antreten werden. „Das ist natürlich möglich“, sagt Baasch. Ob er selbst sich auch wieder zur Wahl stellen wird, ließ er noch offen. „Es hat aber jedes Präsidiumsmitglied die Möglichkeit und kann sich wieder zur Wahl stellen“, so Baasch. Wo diese Delegiertenversammlung sein wird, sei noch nicht entschieden. Nur der Termin steht.

 Im Landesjagdverband sind 15500 der rund 19000 Jäger in Schleswig-Holstein organisiert. Der Verein gliedert sich in 20 Kreisjägerschaften und diese in Hegeringe in ganz Schleswig-Holstein. Er ist ein nach dem Bundesnaturschutzgesetz staatlich anerkannter Naturschutzverein. In diesem Jahr hatten die Jäger erheblichen Diskussiuonsbedarf. Das Verbot von bleihaltiger Munition sowie die Reform des Landesnaturschutzgesetzes hatten in diesem Jahr mehrfach für Proteste in der Jägerschaft geführt. Besonders Umweltminister Robert Habeck wurde zu einer Symbolfigur für den Zorn der Jäger. „Mit diesem Thema hat Habeck aber nicht zu tun. Das ist ein internes Thema in der Organisation des Landesjagdverbandes“, sagt ein Jäger. Mit Spannung werden deshalb die Diskussionen zur Delegiertenversammlung am 22. Januar erwartet. Sie dürften sehr emotionell und streitbar verlaufen.Nach außen wollen die Jäger aber die Einheit wahren. „Solche Dinge klären wir intern“, sagt ein Jäger.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Landesjagdverband Schleswig-Holstein
Foto: Die Jäger in Schleswig-Holstein haben sich für einen neuen Präsidenten entschieden.

Der Landesjagdverband hat nach monatelangen Querelen einen neuen Präsidenten: Wolfgang Heins, Kreisjägermeister aus Pinneberg, ist neuer Chef der 15500 organisierten Jäger in Schleswig-Holstein. Mit überwältigender Mehrheit wurde er von den 183 Delegierten bei der außerordentlichen Landesversammlung in Nortorf gewählt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3